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Freitag, August 14, 2009

Dicker Bauch mit Alien

Seit vorgestern ist es amtlich: ich (jaja, eigentlich ja wir, weil mein Mann natürlich auch beteiligt war) werde ein Kind bekommen, dass wohl nach mir kommt. Wir waren bei der Frauenärztin, die vergeblich versucht hat, eine vernünftige Ultraschall-Aufnahme zu machen. Aber Bernd (so heißt mein Kind bis zur Geburt - keine Sorge, der richtige Name wird noch ausgesucht) hatte sich so positioniert, dass man nur einzelne Körperteile betrachten konnte. Und als sie dann doch noch ein Bild ausgedruckt hat, hat Bernd darauf die eine Hand bis zum Anschlag im Mund stecken. Was für ein Clown!!!

Aber ganz so unbeschwert war es dann doch leider nicht die ganze Zeit. In der 8. Woche hatte ich plötzlich Blutungen. Daraufhin habe ich ein paar Tage liegend (ich durfte nur zu Mahlzeiten, zum Duschen und zur Toilette aufstehen) im Krankenhaus verbracht. Die Diagnose war, dass eine Blutblase zwischen Uterus und Plazenta geplatzt und ausgeblutet ist. Damit die Plazenta dann wieder gut anwachsen konnte, musste ich liegen.

Als ich dann wieder zu Hause war dachte ich, dass das Ganze vorbei ist, und ich mich nur ein bisschen schonen muss, damit alles gut geht. Aber: falsch gedacht. eine Woche später hatte ich leichte Schmierblutungen. Der Rat der Ärztin: hinlegen. Und zwar richtig. Von da an hatte ich jedes Mal, wenn ich mal wieder mutig war und ein bisschen was im Haushalt gemacht habe, wieder Schmierblutungen. Das war echt nervenaufreibend, und ich habe mein Kind Bernd genannt, weil es eine Spaßbremse wie Bernd das Brot war.

Irgendwann habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und bin nochmal ins Krankenhaus, weil meine Frauenärztin nicht da war. Da wurde beim Ultraschall festgestellt, dass es eine ältere Blutblase gab, wie die die vor ein paar Wochen schon geplatzt war. Und die hat dann immer mal wieder Blut abgegeben. Dem Baby ging es soweit gut. Damit wusste ich dann Bescheid. Die Blutblase ist dann auch geplatzt, und seitdem ist Ruhe.

Beim großen Ultraschall in der 13. Woche hat die Frauenärztin dann nochmal ganz genau nachgesehen, ob noch Einblutungen oder so bestehen, aber es war nichts zu erkennen. Und dem Baby ging es hervorragend. Trotzdem war meine Angst noch nicht ganz weg. Es hätte ja immer noch was passieren können, auch wenn die kritische Zeit vorbei war.

Aber als wir dann auf der Hochzeit von einem von den Freunden meines Mannes waren, und ich sogar getanzt habe, ohne dass irgendwas passiert ist, bin ich ein bischen sicherer geworden. Letzte Woche war ich dann Schwimmen und Wandern, und es ist gut gegangen. Und letzte Gewissheit hat mir dann der Arzttermin vorgestern gebracht. Es ist alles in Ordnung, und ich kann endlich meine Schwangerschaft genießen.

Die kritische Zeit ist nun wirklich weit vorbei, ich bin fast (morgen) in der 16. Woche, meinem Baby geht es super und mir geht es hervorragend. Endlich!

Bloß haben sich natürlich die letzten Woche nicht gerade vorteilhaft auf mein Gewicht ausgewirkt. Jetzt habe ich schon das Gewicht für die gesamte Schwangerschaft drauf. Wäääää! Aber weil ich jetzt auch wieder Sport machen darf, bin ich guter Hoffnung, dass ich wieder ein bisschen mehr Kalorien verbrauchen kann. Sonst seh ich nämlich aus, als würde ich Zwillinge bekommen.

Endlich kann ich mich freuen, ohne noch groß Angst zu haben. Die nächsten Wochen und Monate werden sicher sehr spannend werden!!!

Freitag, April 24, 2009

Pünktlich kommen mit der Deutschen Bahn

Ist das ein Ding der Unmöglichkeit? JA, es ist in der Tat nicht möglich. Bei einem wichtigen Termin ist es mm besten, man fährt schon mindestens eine Tag früher los, um sicher zu gehen, dass man auch pünktlich ankommt. Sonst kann es sein, dass man so sehr zu spät kommt, dass man einfach den nächsten Zug wieder nach Hause nehmen kann.

Ok, so schlimm war's bei mir nicht. Ich hatte keinen lebenswichtigen Termin, dafür war's zu spät: ich wollte auf eine Beerdigung. Weil es mir zu stressig war, allein die lange Fahrt auf mich zu nehmen, ohne eine mehrtägige Regenerationspause zwischendurch, hatte ich mich entschieden, mit der Bahn zu fahren. Ich Naivling!!!

Eigentlich hatte ich gedacht, dass dank der Pünktlichkeitsversprechen und alles Verbesserungen die Bahn zu einem benutzbaren Personenbeförderungsmittel geworden sei. Die Stunden, die ich während meiner Studienzeit auf Bahnhöfen verbracht hatte, um auf verspätete oder ausgefallene Züge zu warten, kann man sicherlich zu einigen Monaten zusammenziehen. Dazu kommen natürlich noch die Stunden, die ich im Zug mitten in der Pampa, möglichst bei brennender Hitze und ohne Angabe von Gründen einfach nur so rumgestanden habe. Ich nahm einfach an, dass sich die Bahn gebessert haben könnte. Aber das war wohl ein bisschen viel an Optimismus.

Als ich in Konstanz ankam (wegen meiner etwas neurotischen Angst vor Unpünktlichkeit etwa eine halbe Stunde zu früh) und auf das Gleis gehen wollte, von dem mein Zug abfahren sollte, kam mir ein Mann entgegen und sagte: "Momentan fahren keine Züge. Da war ein Personenunfall zwischen Radolfzell und Konstanz. Es gibt aber Schienenersatzverkehr da hinten an der Bushaltestelle." Natürlich war weit und breit kein Bahnbediensteter zu sehen, der mich davon abgehalten hätte, zum Gleis zu gehen, und da erst mal dumm rumzustehen, weil ich ja nicht wusste, dass keine Züge fuhren. Ich dankte dem Mann, ging zur Bushaltestelle und stand da erst mal dumm rum. Es kam kein Bus, ausser dem normalen innerstädtischen Verkehr.

Nach einer Viertelstunde kam dann am Bahnhof die Durchsage: "Auf Gleis zwei steht abfahrbereit der Regionalexpress nach Radolfzell. Der nächste Zug Richtung Karlsruhe ist auf unbestimmte Zeit verschoben." Also machten sich alle Leute, die an der Bushaltestelle gestanden hatten , auf den Weg zu Gleis zwei. Auf halber Strecke kam dann die Aufforderung, wir sollten doch gefälligst schneller gehen, der Zug will abfahren. Ich hab gedacht, mein Schwein pfeifft! Ok, die Bahn kann nichts dafür, wenn sich einer vor den Zug wirft, aber so eine Durchsage ist doch echt eine Frechheit. Es waren ja auch alte Leute und Frauen mit Kinderwagen dabei, da ging das alles nicht so schnell!

Der Zug ist dann doch nicht losgefahren, bevor alle drin waren. In Radolfzell stand dann tatsächlich ein Zug nach Karlsruhe bereit, in den ich umsteigen konnte. "Ha," dachte ich, als ich einstieg, "jetzt wird doch noch alles gut!" Ich Naivling! Zwei Stationen vor Karlsruhe kam die Durchsage: "Dieser Zug endet außerfahrplanmäßig hier. Der Zug nach Karlsruhe steht abfahrbereit auf dem gegenüberliegenden Gleis." Gut, dass ich meine Zugverbindung so ausgewählt hatte, dass ich nur zweimal umsteigen hätte umsteigen müssen.

Danach lief alles überraschenderweise glatt. Mein Anschlusszug in Karlsruhe war nicht zu früh und nicht zu spät, und ich hatte einen guten Sitzplatz. Allerdings blieb der Zug nach Köln auf freier Strecke irgendwo stehen, und es roch sehr merkwürdig nach schmelzendem Metall. Und es kam die beruhigende Durchsage, dass wir uns um ein paar Minuten verspäten würden.

Dabei hatte ich dann genügend Zeit, den Mann zu beobachten, der sich mir gegenüber hingesetzt hatte. Er war vom Typ "Nerd" und kaute offensichtlich an den Fingernägeln. Und wenn er nicht gerade geschlafen hat, dann hat er auf seinem I-Book rumgehämmert. Aber als er dann mal eingeschlafen ist, lief ihm der Sabber aus dem rechten Mundwinkel den Hals hinunter. Ich habe mich sehr über diese Gesellschaft gefreut.

Ansonsten war es wirklich sehr entspannend, am Rhein entlangzutuckern und aus dem Fenster zu sehen, anstatt konzentriert auf die Fahrbahn und meinen Vordermann zu starren.

Der Rest der Hinreise lief dann wirklich glatt. Ich kam früh genug für meinen Anschlusszug in Köln an, habe mich mit meiner Schwester getroffen, und wir sind dann gemeinsam den Rest der Strecke gefahren.

Als ich dann für die Rückreise an meinem ehemaligen Heimatbahnhof stand und auf meinen Zug wartete, da kam tatsächlich ein Zug pünktlich auf die Minute in den Bahnhof eingefahren. Dumm war nur, dass dies der Zug von vor einer Stunde war, der ein bisschen Verspätung hatte. Den hätte ich natürlich nehmen können und wäre pünktlich an meinem Umsteigebahnhof Gießen angekommen, wenn der Zug nicht nur bis zur nächsten Station gefahren wäre.

So musste ich dann auf meinen "richtigen" Zug warten, der an bei meinem Einsteigen schon so viel Verspätung hatte, dass ich meinen Anschluss auf jeden Fall verpassen würde. Gut, dass ich meine Zugverbindung nach der Schnelligkeit ausgesucht hatte, weil ich ein bisschen Zeit sparen wollte, da mein Mann abends noch einen Termin hatte und mich nicht zu jeder Zeit abholen konnte. Offenbar sieht die Bahn auch keine Notwendigkeit, eine Verspätung wieder aufzuholen (das wusste ich ja schon aus langjähriger Erfahrung), kam ich natürlich viel zu spät für den Anschlusszug.

Netterweise hatte der Zugführer mir einen Tip gegeben, wann und wo der nächste Zug fahren würde, also saß ich dann anstatt im Zug nach Frankfurt in der Bahn nach Karlsruhe. Na, hab ich mir gedacht, das hätte ich auch anders haben können. Da hätte ich auch über Köln fahren und mir eine Menge Nerven sparen können.

In Karlsruhe wusste ich dann nicht, wohin, also bin ich zum Info-Schalter gegangen, um erstmal ein bisschen Dampf abzulassen, weil mein Mann mich unmöglich noch in Konstanz abholen konnte und ich mit dem Zug bis nach Hause hätte fahren müssen. Mal abgesehen von den Mehrkosten hätte ich auch noch mehrere Kilometer nach Hause gehen können. Aber mir wurde sofort der Wind aus den Segeln genommen mit der Auskunft, dass in dreissig Sekunden ein Zug nach Baden-Baden fahren würde und ich dort einen Anschluss nach Konstanz bekommen könnte.

Also bin ich losgesprintet, und dank der Pünktlichkeit der Bahn fuhr der Zug nicht etwa schon ab sondern kam gerade erst an. B#esagterZug war ein völlig überfüllter ICE, bei dem ich dann im Gang auf dem Boden gesessen habe. Glücklicherweise war es nicht so sonderlich weit bis Baden-Baden.

Von da an ging es tatsächlich gut. Ich habe den Ragionalexpress nach Konstanz bestiegen, bin pünktlich in Konstanz angekommen (wenn man von der einstündigen Verspätung mal absieht), und mein Mann hatte noch knapp Zeit, mich abzuholen.

Eine wirkliche Glanzleistung der Bahn! Ich bin mal gespannt, wieviel Geld ich bei der nächsten Zugfahrt bekomme, wenn die ihr Versprechen halten, dass man Teile vom Fahrtpreis bei Verspätung wiederbekommt...

Dienstag, März 10, 2009

Murphy's Gesetz

Es darf echt nicht wahr sein.

Seit einem halben Jahr warte ich darauf, dass mir eine für mich geeignete Stellenanzeige in die Finger gerät. Aber: nichts. Die ganzen sechs Monate kamen nur Anzeigen für Bauleiter, Bauzeichner, oder mit viel zu weitem Anfahrtsweg.

Bauleitung möchte ich nicht mehr machen. Das war einfach viel zu viel Stress für mich. Und ich bin ja auch noch Pfarrfrau und muss ein großes Haus versorgen. Das kann ich meinem Mann nicht antun, dass ich 9-10 Stunden am Tag arbeite und dann tot auf's Sofa falle. Mein Mann hat ja auch einen nicht gerade lauen Beruf, so dass er auch nicht viel Zeit für den Haushalt hat. Also kommt so ein Job gar nicht mehr in Frage.

Als Bauzeichner bin ich mir dann mittlerweile doch zu schade. Für die Anfangszeit war das schon in Ordnung, es war halt besser als nichts, aber jetzt habe ich ein bisschen Berufserfahrung, und so dringend muss ich dann auch nicht arbeiten gehen.

Ein weiter Anfahrtsweg lohnt sich dann auch nicht. Da gehe ich ja fast nur für den Sprit arbeiten, das muss auch nicht sein.

Also hatte ich aufgrund der Rezession die Hoffnung aufgegeben und mich nur noch auf den Haushalt konzentriert, auch wenn das nicht unbedingt die Erfüllung meiner Träume ist. Außerdem haben wir dann überlegt, dass es Zeit für Kinder ist, und ich habe die entsprechenden Maßnahmen getroffen.

Aber letzte Woche war die Anzeige von einem Architekturbüro in der Zeitung, das einen Architekten für Konstruktion und so sucht. Das Büro ist im Nachbarort, und die Jobbeschreibung hört sich gut an.

Und am letzten Samstag gab es eine Anzeige, dass ein ca. 30 Kilometer entfernter Ort jemanden für das Bauamt sucht. Da kann ich natürlich nicht widerstehen. Mein letzter Job war ein Traum, und wenn auch in der Schweiz der öffentliche Dienst mehr Stunden machen muss und die Muttschschutz-Privilegien nicht so gut sind wie in Deutschland (in der freien Wirtschaft aber auch nicht), muss ich mich einfach auf die Stelle bewerben.

Mal sehen, was das gibt. Ist ja echt verrückt, dass ausgerechnet jetzt, wo ich eigentlich andere Pläne hatte, wieder die Tür in meinen Beruf aufgeht. Was aber nicht heißt, dass wir die Sache mit den Kindern nicht weiter verfolgen. Wer weiss, ob ich überhaupt eine Chance habe, eingestellt zu werden, in meinem Alter und frisch verheiratet...

Mittwoch, Januar 28, 2009

Emma, ming Droppen.... (Teil 4)

Das Nervigste im Fernsehen ist für mich die Klingeltonwerbung. Gibt es etwas Schlimmeres, abgesehen von irgendwelchen Handy-Programmen, mit denen man seine Freunde ausspionieren oder sich röntgen kann?

Schnuffel, Ted D., Jamba-Spar-Abo, was auch immer. Die Werbung nervt, und ich finde, sie gehört verboten. Denn das muss sich ja rentieren, den Kids das Geld aus der Tasche zu ziehen, sonst könnte nicht so viel von dieser Werbung gesendet werden, und die Beiträge sind ja teilweise auch richtig lang. Dabei könnte man sich die Songs so einfach für ein paar Cent legal runterladen und dann auf's Handy überspielen, mittlerweile verfügt doch so ziemlich jedes Handy über einen PC-Zugang.

Aber stattdessen wird man als Erwachsener, der ab und an gerne MTV oder anderes Jugendformat guckt, mit dieser Werbung bombardiert. Songs im Jamba-Spar-Abo, natürlich die Originale. Und meist in kurioser Zusammenstellung, um eine möglichst breite Masse anzusprechen. Da stehen dann Boy-Bands neben Marilyn Manson und Linkin Park. Und vielleicht noch ein bisschen Ich und Ich für's Schlager-Feeling.

Noch schlimmer finde ich allerdings die Eigenbau-Songs wie Schnuffel, die billig gemacht sind und dann in den Charts stehen. So macht man aus Scheisse Geld. Und zwar noch besser als Stefan Raab.

Ich verstehe es einfach nicht, dass da so viel Geld drin steckt! Klar, es ist toll, immer neue Sachen auf dem Handy zu haben. Ich kann ja auch der Technik nicht widerstehen und brauche ab und an nicht unbedingt nützliche Dinge wie eine WII oder einen Nintendo DS. Aber alles hat seine Grenzen, und einen Röntgen-Imitator für's Handy finde ich mehr als überflüssig. Die Kids sollten ihr Geld besser in andere Dinge investieren.

Natürlich kauft man sich als Teenie keine sinnvollen Dinge, aber ich denke, dass eine Bravo doch mehr Gehalt hat als ein Liebes-Barometer für das Handy.

Montag, Januar 12, 2009

Emma, ming Droppen.... (Teil 3)

Was ist das eigentlich mit diesen Voyorismus-Show schon wieder? Überall im Fernsehen gibt's Reality-Shows und schlimmeres. Hast sich das nicht irgendwann mal ausgelutscht?

Also, Big Brother habe ich schon in der ersten Staffel nicht gesehen. Wozu soll ich mir das Leben von minderbemittelten Exibitionisten im Fernsehen ansehen? Dafür gab's damals noch den Gemeinschaftsraum in der Fachhochschule. Da gab es genauso viele tiefschürfende Gespräche und niveauloses Geplänkel, ohne dass ich irgendwelche Fernsehmogule unterstützen musste. Leider musste ich mit meinem damaligen Freund ein paar der Folgen ansehen, also weiss ich, wovon ich rede. Es war schrecklich, die reinste Folter!

Dass dann noch ein paar der ehemaligen Bewohner eine C-Promi-Karriere angefangen haben, hat mich dann umso mehr erstaunt. Einen davon, den Jürgen, kann man ja immer noch für anspruchsvolle Dorffeste und Disco-Einweihungen buchen. Was sehr für ihn spricht, denn anscheinend ist er sich für keinen Job zu schade.

Die folgenden Staffeln habe dann auch noch mitbekommen, wenn ich zufällig bei einem/einer Abhängigen zu Besuch war, der/die keine Folge verpassen wollte. Für mich waren das dann immer Stunden von chinesischer Tropfenfolter, die eine tiefe seelische Wunde bei mir hinterlassen habe. Wie kann man sich nur auf dieses Niveau hinunterbegeben? Ich hatte meine Schaufel vergessen, also lag es eventuell daran, dass ich es nicht verstehen konnte.

Die Regeln für Nominierung und Rauswahl habe ich nie verstanden. Angerufen hätte ich eh nie, aber allein die Kosten für die Anrufe hätten mich schon davon abgehalten.

Doch damit nicht genug. Jetzt gibt es einen neuen Dschungel-König, bzw. eine Königin. Wie kann man nur so tief sinken, dass man diese ekelhaften Aufgaben bewältigt, und sich hinterher noch feiern lässt? Und wieviel tiefer sind die Zuschauer gesunken, das auch noch mit anzusehen? Ich kenne die Sendung nur vom Durchzappen, aber selbst das war mir schon zuviel. Pfui Teufel, was hat der Mensch davon?

Die Dicken-Abnehm-Doku-Soap kann ich ja noch soeben verstehen. Und von DSDS seh ich mir auch immer die Castings an, aber Reality-Shows kann ich echt nichts abgewinnen. Da guck ich lieber meinen Nachbarn zu oder setze mich in ein Café und beobachte die Leute. Das ist meiner Meinung nach viel lustiger.

Dienstag, Februar 12, 2008

Der Antrag

Die Frau an sich macht sich ja schon Gedanken, wie sie gerne einen Heiratsantrag bekommen möchte. In Liebesfilmen sieht frau ja auch immer die wunderbar romantischen Vorbilder: Ein Spaziergang am Strand, Kniefall im rosaroten Licht des Sonnenuntergangs unter Palmen. Oder ein exklusives Dinner mit einem Ring im Sektglas. Oder 1000 rote Rosen und ein hübscher kleiner Diamantring. Die Vorbilder sind unerschöpflich.

Ist eine Frau aber so über-romantisch wie ich, dann wird das ein Problem. Ein Spaziergang am Strand ist ja schön, aber bei einem Kniefall würde ich wohl eher vermuten, mein Liebster wäre in eine Muschel getreten und ihm würde der Fuß weh tun. Bei dem Ring im Sektglas müsste ich wohl eine Woche lang unerfreuliche Untersuchungen des Stuhlgangs vornehmen, um den Ring wiederzufinden, und 1000 Rosen halte ich für reine Geldverschwendung.

Mein Liebster hatte es wohl nicht leicht mit mir. Der erste Versuch (so habe ich im Nachhinein erfahren) war beim Strandspaziergang im Urlaub. Nein, kein Sonnenuntergang und keine Palmen. An der Nordsee wachsen nicht so furchtbar viele tropische Pflanzen, und weil es im Januar eher stürmisch und kalt ist, waren wir bei Sonnenuntergang auch lieber zu Hause. Der Versuch fand an einer Schafstränke statt, wo mein Liebster versuchte, seinen Antrag mit netten Bibelworten einzuleiten. Da ich manchmal so richtig einfühlsam und sensibel sein kann, machte ich ihm klar, dass Bibelzitate und Vorträge darüber im Urlaub nichts zu suchen haben. Im Nachhinein tut mir das natürlich wahnsinnig Leid und so, ich habe auch viel Spott ertragen müssen ob meiner absolut romantischen Ader, dass ich nichts gemerkt habe.

Zu Versuch Nummer zwei ist es dann nicht mehr so richtig gekommen. Er hatte sich (mal wieder) aufgrund mangelnder Eigenerfahrung im Internet schlaugemacht. Dort war er auf die Information gestoßen, dass sich ein Essen hervorragend für einen Heiratsantrag eignet. Die Suppe habe ich ihm auch versalzen, indem ich ihn zum Chinesen einlud, und er mich nicht nobel ausführen konnte, weil er mal wieder kein Geld hatte.

Und irgendwann stellte er die eingepackte Ringschachtel bei mir auf den Tisch, weil er Angst hatte,das Geschenkpapier könnte sich vollends auflösen.

Letzten Endes war der Antrag genauso romantisch wie ich: Ich habe ihn gefragt, ob er am nächsten Tag lügen wolle (er hatte ein Vorstellungsgespräch und mich als seine Verlobte ausgegeben). Das wollte er natürlich nicht, und ich habe vorgeschlagen, dass er ja dann mal die Ringe auspacken könnte. Somit hatte sich das Thema erledigt, und ich glaube, er war doch recht erleichtert, dass er es hinter sich hatte. Ein romantischer Antrag? Tja, ist vielleicht bei mir nicht ganz so einfach, da mein Sinn für Romantik nicht gerade gut ausgebildet ist.

Vielleicht wird ja die Hochzeit besser ... ;-)

Samstag, September 08, 2007

Emma, ming Droppen.... (Teil 2)

Aggro Berlin. Muss ich da eigentlich noch mehr sagen? Das erklärt sich doch eigentlich schon von selbst. Aber so ein bisschen muss ich mich dann doch darüber auslassen...


Wenn ich das Genöhle schon höre: "... aus'm Ghetto ... im Ghetto ... von der Straße ... auf der Straße ... " dann krieg ich Plack!


Aber ich will das Ganze mal sachlich angehen. Hier erstmal die Definition:


"Getto [italienisch] das, Ghetto, behördlich erzwungenes und räumlich beschränktes jüdisches Wohnviertel, zuerst (1531) für Venedig belegt. [...]
Im übertragenen Sinn werden als Gettos heute städtische Bezirke bezeichnet, in denen eine rassische, soziale oder religiöse Minderheit (zum Teil aufgezwungen) lebt. [...]" (Quelle: Meyers Lexikon online)


Und jetzt ganz langsam zum Mitschreiben:
"Behördlich erzwungen". Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand in diesem Land, das ich für ziemlich demokratisch und frei halte, dazu gezwungen wird, in einem bestimmten Bereich zu wohnen. Die meisten Leute können sich aussuchen, wo sie wohnen. Zwar hängt der Wohnort auch immer vom nötigen Kleingeld ab, aber im gesteckten Rahmen kann sich jeder seine Wohnhöhle selbst wählen. Dass ich mit meinen beschränkten finanziellen Möglichkeiten keine Villa im Reichenviertel von München leisten kann, ist doch klar. Aber zumindest kann ich mir eine kleine Wohnung suchen, die ich bezahlen kann. Wenn jetzt die Eltern von diversen Kindern nicht in der Lage sind, eine Arbeit zu haben oder zu halten, dann springt doch der Staat ein. Das soziale Netz hier ist so weich, dass jeder durchkommen kann, der es auch will. Und dass sich jemand ohne Arbeit weniger leisten kann als jemand, der arbeiten geht halte ich nicht für falsch. Also kann und will ich nicht glauben, dass das Wohnen in einem bestimmten Viertel hier behördlich erzwungen ist.
"Räumlich beschränkt". Dass eine Plattenbausiedlung o.ä. räumlich beschränkt ist, ist doch aus architektonischer Sicht alles andere als schlecht. Aber mal im Ernst: die Leute sind doch in ihren Vierteln nicht eingesperrt. Und es zwingt sie auch keiner, da zu bleiben. Wenn sie da rauswollen, sollen sie doch. Keiner wird sie daran hindern.
"Jüdisches Wohnviertel". Jetzt wird es absurd. Ich glaube, die Aggros haben da was völlig missverstanden. Die wohnen doch nicht mit Juden zusammen. Die meisten sind, wenn's hochkommt, Muslime. Und der Rest ist wahrscheinlich überhaupt nicht religiös. Selbst wenn man das ganze nur im übertragenen Sinne betrachtet, dann gilt das ganze hierzulande auch nur für die soziale Minderheit. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass sich gewisse Volksgruppen sehr gerne von selbst abschotten. Und dann ist das Ghetto selbstgewählt und nur das Gegenteil von Integrieren in die Gesellschaft.


Und was hat das mit dem Leben auf der Straße auf sich? Es gibt genügend Einrichtungen in diesem Land, die Kinder auffangen, die zu Hause unglücklich sind. Und am Geld kann's auch nicht liegen, denn jeder in diesem Land bekommt Sozialleistungen. Die ich übrigens mitbezahle. Aber das ist ein anderes Thema.


Also: Ghetto schön und gut. Aber Was regen die sich denn so auf? Die sind doch selbst Schuld, wenn sie da wohnen. Und selbst wenn's die Schuld der Eltern ist, dann habe ich für die Kins kein Verständnis, denn jeder ist seines Glückes Schmied. In der Schule kann ich mich so profilieren, dass ich entweder ein Studium anschließen kann, oder ich finde aufgrund meiner guten Leistungen eine gute Lehrstelle. Nichts tun und jammern kann jeder.
Ich hätte mich vor vier Jahren auch verkriechen können, Hartz IV kassieren und heulen, dass mich keiner will. Aber ich habe einen Job als Zeitarbeiterin in der Industrie angenommen, für den ich mit meinem abgeschlossenen Studium alles andere als unterqualifiziert war, habe in stinkenden Hallen Löcher aus C-Säulen-Verkleidungen für Autos ausgeschitten, bis ich Blasen an den Händen hatte, und habe gekämpft, die Stückzahlen zu schaffen. Für einen Hungerlohn, für den viele von diesen Aggro-Jammerlappen wahrscheinlich nichtmal morgens ihre Augen aufmachen würden. Aber ich habe meinen Sklaven-Job so gut gemacht, dass sich die Firmen hinterher um mich gekloppt haben. Nicht etwa, weil ich studiert hatte, das hat da keinen interessiert. Sondern weil ich zuverlässig war, schnell und sorgfältig gearbeitet habe, und mich nicht andauernd beklagt habe.
Was jemand aus seinem Leben macht, ist jedem selbst überlassen. Aber für Leute, die auf ihrem Arsch sitzen und sich beklagen, dass sie aus dem Ghetto nicht rauskommen, habe ich keinerlei Verständnis.


Meine Laune wird auch nicht besser, wenn diese harten Jungs Titel über kleine Mädchen machen, die mit vierzehn ungewollt schwanger werden und auf den Strich gehen müssen, um sich das Leben mit dem Kind finanzieren zu können. Gegen ungewollte Schwangerschaften gibt es mittlerweile schon derart viele Mittel, dass ich den Überblick verloren habe, und die Pille wird für Jugendliche sogar von der Krankenkasse bezahlt (so war's bei mir zumindst). Und wenn's das nicht tut, dann kosten Kondome auch nicht die Welt. Am allerbesten ist natürlich Enthaltsamkeit, aber da will ich mich völlig raushalten, weil ich dazu kein Urteil abgeben kann... Und wie ich schon sagte, das soziale Netz in diesem Land ist so weich, dass dieses unschuldig schwangere Mädchen sicherlich genug Geld bekommt, um sich und ihr Baby durchzufüttern.


All diese deutschen Möchtegern-Gangster-Weicheier. Am liebsten würde ich die alle mal nach Amerika schicken, damit sie sehen, wie es sich als O.G. lebt. Am besten noch in einem richtigen amerikanischen Gefängnis. Nicht so ein Hotel, wie es in Deutschland üblich ist, sondern ein richtiges Gefängnis. Da würde ich mal Phoenix vorschlagen. Die Häftlinge tragen pinkfarbene Unterwäsche und bekommen soviel Nahrung, dass sie nicht hungern müssen. Und das war's. Das ist mal so richtiges Gangster-Leben.
Da können die sich auch gleich mal ansehen, was richtige Ghettos sind. Wenn sie's überleben können sie danach ja noch darüber Lieder schreiben. Falls sie mal so richtige Armut sehen wollen, würde ich Slums in Afrika, Asien oder Süd-Amerika empfehlen. Als näheres Ziel geht sicherlich auch Russland. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen dann das Pipi in die Augen steigt, weil sie nicht gewusst haben, dass noch größere Armut als die ihre möglich ist. Und das nervige Genöhle wird ihnen im Halse stecken bleiben. Wieder ein Grund für einen dicken Hals weniger...

Freitag, September 07, 2007

Emma, ming Droppen.... (Teil 1)

Ok, ich gebe zu, ich bin ein TV-Junkie. Ich sehe viel Fern, weil es wohl zur Gewohnheit geworden ist.Teilweise war es auch die einzige Unterhaltung, die ich abends hatte. Aber es gibt Dinge, die mir echt volle Kanne gegen den Strich gehen, mal ganz abgesehen von der ewig nervenden Klingelton- oder Handyspielwerbung.
Nehmen wir doch mal die Clear-Blue-Werbung. "... die größte technologische Innovation, auf die ein Urinstrahl treffen kann ..." WAS? Das ist echt mehr als ich je über einen Schwangerschaftstest aus der Werbung erfahren wollte. Was bitte soll denn so eine bescheuerte Werbung? Ist mir doch egal, dass das eine totale Innovation ist! Wenn ich einen Schwangerschaftstest mache, dann weiss ich auch schon vorher, dass ich das mithilfe von Urin passiert, aber das muss ich doch nicht tagtäglich im Fernsehen dann nochmal unter die Nase gerieben bekommen!
Ich finde, diese Werbung verstößt grob fahrlässig gegen den guten Geschmack. Grauenhaft. Und dann dieser dynamische Strahl, der auf die Testspitze fällt. Wenn ich pinkle, dann sieht das immer ganz anders aus. Mache ich da was falsch? Oder entspreche ich nicht der innovationsbegeisterten Zielgruppe? Vielleicht sieht das Wasserlassen der neuen Generation anders aus. Ich habe keine Ahnung.
Die actiongeladene Stimme, die den ganzen Spot begleitet, macht mich darüberhinaus auch noch Angst. Bin ich out, weil ich keinen dieser Schwangerschaftstests benutze? Sollte ich mir einfach auf reinem Hip-Gefühle einen solchen zulegen? Vielleicht wird er demnächst als modisches Accessoir eingesetzt, so wie mittlerweile das Handy! "...wie, du hast keinen Schwangerschaftstest? Boa, nee, das darf ja nicht wahr sein! Du bist ja voll out!"
Waaaa! Ich glaube, ich muss doch echt mal los, mir so einen Schwangerschaftstest besorgen. Dann schlafe ich sicher wieder ruhiger, denn ich weiss, dass ich nicht urplötzlich einen dieser hochtechnologischen Innovationen brauche, ohne einen zu haben. Und er macht sich sicher auch gut als Zusatzinhalt meiner Handtasche, falls meine Freundin zufällig einen benötigen sollte und selbst keinen zur Hand hat.

Montag, August 27, 2007

Was die Telekom mit meinem Hals zu tun hat

Ich krieg echt zuviel. Das darf doch echt nicht wahr sein, was die Telekom für ein Deppen-Verein ist! Es ist wirklich unglaublich, was die im Laufe des letzten Jahres alles an Scheiße allein mit meinem Anschluss fabriziert haben!
Es fing an mit meinem Umzug. Ich habe also eine neue Telefonnummer und einen Internet-Anschluss beantragt, weil ich mir anfangs noch nicht sicher war, ob ich die Anschlüsse in meiner Heimat wirklich kündigen will. Und damit fing alles an.
Mir wurde nicht gesagt, dass ich knapp hundert Euro zahlen muss, wenn ich bereits Telekom-Kunde bin, um meinen DSL-Anschluss umzumelden. Das Geld wurde mir in Rechnung gestellt, aber als ich mich beschwerte, wurde mir zugesichert, dass ich die Kohle wegen falscher Beratung zurückbekomme.
Alles gut und schön, aber neue Zugangsdaten bekam ich erstmal nicht. Der Telefonanschluss funktionierte, aber das war's dann auch. Kurzer Hand bin ich mit meinen alten Zugangsdaten ins Netz gegangen, was merkwürdigerweise funktionierte, obwohl ich den Anschluss schon gekündigt hatte. Böser Fehler, denn damit fing der ganze Schlamassel an.
Ich bekam getrennte Rechnungen für Telefon und Internet, worüber ich mich aber nicht wunderte, weil ich dachte, das müsste so sein. Warum auch nicht, mit Rationalität hatte ich die Telekom noch nie in Verbindung gebracht. Dann der dicke Hammer: ich bekam eine horrende Rechnung über die letzten sechs Monate DSL, die ich aber schon brav bezahlt hatte. Also rief ich bei der Hotline an, und mir wurde empfohlen, den einen DSL-Anschluss zu kündigen, damit ich auch nur noch eine einzige Rechung bekäme. Das habe ich getan, aber ich bekam weiterhin zwei Rechnungen. Da habe ich mich nur ein bisschen gewundert, aber, wie gesagt, die Telekom spielt nicht in der Rationalitäts-Liga.
Dann habe ich versucht, alles zu kündigen, was mit Telekom zu tun hat. Ich wollte ja wieder in die Heimat zurück, und hier kann ich W-LAN und Telefon über meine Schwester nutzen. Und an die hundert Kröten habe ich bei der Gelegenheit auch nochmal erinnert.
Resultat: irgendeine Kündigung hat funktioniert, aber leider nicht alle. Heute habe ich erneut eine Rechnung erhalten, die ich aber bestimmt nicht zahlen werde. Dafür muss ich, laut Hotline, schon wieder eine Kündigung schreiben. Habe ich getan, mal sehen, was daraus wird. Für meine Kohle habe ich jetzt auch schon zweimal die Zusage bekommen, gesehen habe ich davon immer noch nichts (seit über einem Jahr!!!!). Aber laut Hotline kommt dann bald ein Scheck. Jaja, denke ich mir, bis zur nächsten Beschwerde dann.
Ich habe mittlerweile die Faxen echt dicke. Nur Ärger mit dem Sch...-Verein, mein Porto werde ich denen auch demnächst in Rechnung stellen, und wenn das so weiter geht, kriegen die auch noch Psychater-Rechnungen für mich, weil ich einen Anger-Management-Kurs machen muss, um dem Drang, T-Punkte in die Luft zu sprengen und Telefonleitungen zu kappen, widerstehen zu können. Mein Hals wird immer dicker und mein Geduldsfaden kürzer. Und ich hatte so sehr gehofft, ich hätte nie wieder was mit diesen Idioten zu tun! Aber die sind leider nicht in der Lage auch nur die simpelsten Dinge durchzuführen.
Ich frage mich wirklich, wie die es schaffen, überhaupt noch Kunden zu halten, wo die doch einen so erstklassigen Service bieten! Warum denen wohl die Kunden weglaufen?

Samstag, August 25, 2007

Gewichtsk(r)ampf

Wenn ich zurückdenke an meine Schulzeit, und alte Aufzeichnungen im Tagebuch lese, dann wundere ich mich nur. Ich habe mit 19/20 Jahren bloß um die 60 Kilogramm gewogen und mit für fett und schwabbelig gehalten. Und das bei einer Körpergröße von 1,76 Metern. Rationell betrachtet war ich damals stark untergewichtig.
Dann kam eine Zeit, in der mir alles egal war. Abnehmen stand nicht auf meinem Plan, essen dafür umso mehr. Und so summierte sich das Ganze auf über 80 Kilogramm im Jahre 2004. Bis dann ein Knick kam und ich mich selbst nicht mehr leiden konnte, mein Spiegelbild hasste und auch schon Ansätze für ein Doppelkinn bekam. Mit Sport hatte ich eigentlich schon damals angefangen, aber dreimal wöchentliches Aikido kam leider auch nicht gegen meine Fressattacken an.
Also habe ich zusätzlich mit Joggen angefangen. Neben meiner Diplomarbeit habe ich kontinuierlich daran gearbeitet, meine Fitness zu verbessern. Ich bin weiterhin zum Aikido gegangen, habe aber auch dreimal pro Woche gejoggt. Zum Zeitpunkt meiner Prüfung war ich dann in der Lage, eine halbe Stunde ohne Unterbrechung zu laufen.
Und irgendwann fingen dann auch die Fettreserven an zu schmelzen. Es war wunderbar! 2005 habe ich mein Laufpensum auf eine dreiviertel Stunde bis zu einer ganzen Stunde gesteigert. Aber dafür bin ich nur noch sporadisch zum Aikido gegangen, aber das machte nichts. Allerdings war das Laufen auch eher ein Weglaufen vor meinem Job, der die Hölle war. Aber meine Figur war super. Mein Bauch war flach, ich konnte sogar hautenge Oberteile anziehen, ohne mich als Wurst zu fühlen. Alte Hosen passten wieder, und ich fühlte mich richtig gut.
Im letzten Jahr habe ich dann wieder gar nichts gemacht an Sport. Es hat mir keinen Spaß gemacht. Aber meinem Körper hat das nicht gefallen. Zwar habe ich versucht, mit Fitness-DVD's vor dem Fernseher der Verfettung vorzubeugen, aber leider ohne Erfolg.
Also bin ich jetzt wieder bei 76 Kilogramm angekommen (naja, mittlerweile, nach 2 Monaten Training wieder bei 75), aber ich mache wieder sechsmal in der Woche Sport. Das Laufen macht wieder Spaß, und Aikido ist auch mehr nicht nur mit Frustration verbunden. Meine Beine schwabbeln nicht mehr so schlimm wie vor ein paar Wochen, und mein Bauchumfang ist auch ein bisschen geschrumpft.
Blöd sind bloß die Stellen, an denen ich als erstes abnehme: die Arme und die Oberweite. Meine Handgelenke sehen mittlerweile wieder aus, als würden sie bei jeder noch so zaghaften Berührung zerbrechen, und ich muss mir wohl bald neue BH's zulegen, weil die alten zu groß werden. Aber mein Bauchspeck und der dicke Hintern, die bleiben bis zum Schluß. Wie ärgerlich! Ich kann keinerlei Armreifen tragen, weil sie mir von den Händen rutschen, aber meine Rettungsringe am Bauch halten sich hartäckig, und mein Po passt noch lange nicht in meine Lieblingshose.
Viel Arbeit liegt noch vor mir. Aber ich habe jetzt einen treuen Gefährten auf meinen Wegen durch den Wald: der Hund meines Liebsten begleitet mich. Und es macht Spaß. Irgendwann wird es wohl hoffentlich auch wieder an den unliebsamen Körperstellen Wirkung zeigen, dass ich mich wieder mehr bewege. Und darauf warte ich sehnsüchtig (damit ich mir keine neuen Klamotten kaufen muss!!!).

Sonntag, Februar 11, 2007

Frauenmasochismus

Nach der stressigen Woche und dem Ich-bewege-mich-keinen-Meter-Tag gestern habe ich mir heute überlegt, ich könnte mal was für mich tun. So 'nen richtigen Beauty-Tag einlegen, an dessen Ende ich mich schön und begehrenswert finde.
Mittlerweile fühle ich mich auch so, aber der Weg dahin war steinig und schwer. Wenn die Männer wüssten, wie schmerzhaft es sein kann, schön zu sein, würden sie sich nie einer solchen Tortur unterziehen .... Moment mal .... Machen sie ja eh nicht. Aber von Frauen wird's verlangt. Naja. Die Geschlechterrollen waren schon immer ungerecht verteilt. Aber das weicht jetzt vom Thema ab.
Angefangen habe ich mit den Haaren an meinen Armen. Entfernen will ich die nicht, weil das dann total bescheuert aussieht, wenn die nachwachsen. Also werden sie blondiert. Was äußerst schmerzhaft ist. Das Zeug kribbel und zwickt und pisakt. Folter pur für zehn Minuten. Das war dann schon der erste Punkt, an dem ich mich gefragt habe, ob ich noch ganz dicht bin, mich auf eine solche Weise entspannen zu wollen.
Danach habe ich eine Schönheitsmaske aufgetragen. Die war zur Abwechslung sehr angenehm und fühlte sich wirklich gut an.
Gleichzeitig habe ich mir die Oberschenkel rasiert. Bis auf bisschen Verrenken ging das auch ganz gut und war nicht schlimm.
Nach einer Dusche, die so ziemlich der Höhepunkt war, hatte ich mich dazu entschlossen, meine Unterschenkel zu epilieren. Blöde Idee! GANZ blöde Idee! Das hatte ich nämlich seit gut zwei Monaten nicht mehr gemacht, und nur bei Bedarf den Rasierer drübergleiten lassen. Nach den ersten paar Sekunden Epilieren wurde mir klar, wie angenehm sanft Tätowieren ist. Das, was jetzt kam, waren fünfundvierzig Minuten Zähne zusammenbeißen unter dem Motto: "Wer schön sein will muss leiden!" Und gleichzeitg habe ich mir dreimillionen Mal die Frage gestell, wofür ich das eigentlich mache. Aber weil ich ein tapferes großes Mädchen bin habe ich die Selbstfolter durchgehalten, ohne zuviel zu schreien.
Jetzt fehlt nur noch das Fußnägel-Lackieren, was ausser kalten Füssen eigentlich auch nicht so schlimm ist.
Aber irgendwie denke ich mir, ich muss doch voll bescheuert sein, mir absichtlich Schmerzen zuzufügen, um mich am Ende des Tages schön zu fühlen. Das sind die Punkte, bei denen ich mir wünsche, ich wäre doch ein Mann. Männer dürfen behaarte Arme und Beine haben, buschige Augenbrauen und Bart. Und eine Frau muss aussehen wie ein glatter Baby-Popo. Tja, es ist doch einfach alles ungerecht.... *seufz*

Samstag, November 25, 2006

Weltuntergang

Oh nein! Was mach ich nur? So kann ich ihm doch nicht unter die Augen treten! Eine Katastrophe! Es ist nicht nur schlimm, es ist grauenhaft! Und das ausgerechnet jetzt!
Das kann doch gar nicht sein! Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Ein Desaster überirdischen Ausmaßes! Warum nur? Ist das die Strafe dafür, dass ich vor ein paar Tagen schwach geworden bin? Es ist zum Verzweifeln.
Was mache ich denn jetzt? Soll ich ihm absagen? Oder besser auswandern? Das ist es! Ich wandere aus nach Australien und schicke ihm eine Nachricht, dass ich ihn nie wieder sehen kann. In diesem Zustand darf er mich nie im Leben zu Gesicht bekommen! Ich kann ja selbst mein Spiegelbild kaum ertragen! Das ist wirklich das Ende der Welt! Ich krieg gleich einen Heulkrampf! Das darf nicht wahr sein! Und es wäre so wichtig gewesen, ihn heute zu sehen. Aber so, wie ich jetzt aussehe, will ich nicht, dass er auch nur in Sichtweite kommt. Kann die Welt nicht heute untergehen? Sie würde mir damit einen riesigen Gefallen tun!
Australien, Australien, das hört sich immer besser an. Aber was sage ich ihm als Grund? Spontaner Job. Ja, klingt glaubwürdig. Oh, Moment. Mein Reisepass ist abgelaufen. Mist! Und was jetzt? Notfall in der Familie. Ja, genau, meine Oma ist plötzlich schwer krank geworden. Ich werde ihm sofort eine SMS schicken! Gut, dass mir diese Ausrede noch eingefallen ist. Aber warum hat mein Handy jetzt keinen Empfang? Ich habe doch sonst immer Empfang hier! Das darf doch einfach alles nicht war sein!
Ach, wäre ich bloß heute Morgen nicht aufgestanden! Ich glaube,ich lege mich wieder hin und ziehe die Decke über den Kopf. Glücklicherweise muss ich mich nicht selbst so sehen. Über den Spiegel hänge ich ein dunkles Tuch, damit ich mich nicht erschrecke, wenn ich daraf vorbeigehe. Super Idee! Hach, bin ich gut!
Und ich tu einfach so, als wäre ich nicht da, wenn er klingelt. Unbekannt verzogen. Wenn er mich so sieht, dann will er sowieso nie wieder etwas mit mir zu tun haben. Da kann ich das ja auch alles sofort beenden. Und heulen kann ich auch direkt unter meiner Bettdecke. Das ist die beste Lösung. Also, einfach wieder ins Bett, Handy aus (obwohl ich heute ja sowieso keinen Empfang habe), Klingel aus (damit ich gar nicht erst in Versuchung komme, ihn entgegen aller Vernunft doch herein zu lassen), Decke über den Kopf, und den Tag so beenden. Und gut ist.

Ein Alptraum: ein wichiges Date, und ich habe einen riesigen roten Pickel auf der Stirn!!!!
;)