Sonntag, Mai 27, 2007

FfA - Phase 2

Zusammenfassend lässt sich über Phase 1 sagen, dass man/frau sich, auf welche Art auch immer, kennengelernt haben, und nun bereit sind für
Phase 2: Das erste Date

Eine sehr kritische Phase. Mit dem ersten Eindruck wird über Erfolg oder Misserfolg entschieden. Das erste Date ist mit Erwartungen und meist auch mit viel Verlegenheit gepaart.

Als Frau habe ich meine ersten Dates immer sorgfältig vorbereitet. Ich habe mich zurechtgemacht, die Natur bekämpft (Brauen gezupft, Beine rasiert...) und stundenlang nach einem Outfit gesucht. Es sollte nicht zu aufreizend wirken, sonst hätte der Mann gedacht, ich will ihn bloß ins Bett bekommen, aber auch nicht zu spießig sein, sonst wäre der Mann sicher noch auf die Idee gekommen, ich wäre prüde oder snobbish.

Als Treffpunkt bietet sich am ehesten ein öffentlicher Ort an, vor allem bei Internet-Bekanntschaften. Also eine beiden bekannte Kneipe, oder ein allgemeinerer Treffpunkt wie ein Bahnhof oder eine bestimmte Straßenecke.
Niemals beim ersten Date ins Kino. Das ist tödlich für jede Kommunikation, und verhindert sehr erfolgreich das weitere Kennenlernen.
Essen gehen halte ich meistens auch nicht für eine so gute Idee, weil dann das Date, auch wenn es schlecht laufen sollte, zeitlich von der Dauer des Essens abhängt. Läuft alles gut, dann ist das nicht schlimm, aber wenn es schrecklich ist, dann ist man an das Essen gebunden, und da kann sich die Zeit bis ins Unendliche dehnen. Langweilige Kommunikation ist ja an sich schon schlimm, aber wenn frau dann nicht einmal unter fadenscheinigen Gründen gehen kann, weil das Essen noch nicht am Tisch ist, oder noch nicht aufgegessen, ist das schon ziemlich schlimm. Das Übelste ist dann aber, wenn der Gegenüber auch noch schlimme Tischmanieren hat. Spontane Herpesausbrüche beim ersten Date sind nicht unbedingt das, was frau sich von einem solchen Treffen erwartet.
Also ist die beste Lösung, sich eine nette, nicht zu laute Kneipe zu suchen, und sich dort ersteinmal ausgiebig zu beschnuppern. Trifft man sich früh genug, dann kann man sich dann noch überlegen, ob man zu einer gemeinsame Nahrungsaufnahme bereit ist.
Ich habe es am liebsten, wenn der Mann Treffpunkt und Uhrzeit vorschlägt, dann kann ich immer noch sagen, ob es mir passt, oder nicht, und eine andere Zeit ausmachen.

Viele Frauen kommen zu spät, weil Sie Männer gerne warten lassen, ob sie es nun bewusst oder unbewusst tun. Bei denen ist es eine regelrechte Masche. Diese Frauen haben auch keinerlei schlechtes Gewissen, dass Mann warten muss, bis er platte Füße hat.

Zu dieser Sorte Frauen gehöre ich nicht. Erstens halte ich ein solches Verhalten für unhöflich, und andererseits zeugt es von schlechtem Zeitmanagement. Ich bin meistens viel zu früh da, und warte dann unauffällig, bis der Mann eintrudelt. Stehe ich nämlich schon da und zeige ihm, dass ich seit mindestens einer Viertelstunde auf ihn warte gibt es ihm einerseits das Gefühl, dass er es auf jeden Fall wert ist, dass frau sich wegen ihm die Beine in den Bauch steht (oder er hält mich für derart verzweifelt, dass ich es kaum abwarten kann, mich mit einem so tollen Kerl wie ihm zu treffen), andererseits könnte er auch ein schlechtes Gewissen bekommen, weil er zu spät ist.
Aber ausgehend von dem Normalfall des verspäteten Erscheinens der Dame sollte der Mann dennoch nicht zu lange warten. Eine Viertelstunde ist völlig in Ordung, eine halbe Stunde allerdings schon das Ende des Erträglichen. Länger sollte Mann wirklich nicht warten, denn es besteht ja auch die Möglichkeit, dass die Dame nicht mehr auftaucht. Aber weil das hier ein Flirttip sein soll, möchte ich diese Variante nicht weiter ausführen.
Vom Mann erwarte ich, dass er sich dem Anlass entsprechend kleidet. Von Anzug und Krawatte halte ich nicht so unbedingt viel, also wären Jeans und T-Shirt völlig in Ordung. Solange die Klamotten sauber und nicht völlig aus der Mode sind, ist ziemlich alles bei mir erlaubt. Das der Mann frisch geduscht ist und sich unerwünschte Gesichtbehaarung entfernt hat, ist für mich allerdings selbstverständlich. Müffelnde Männer mit Urwald im Gesicht fallen doch eher aus meinem Opferschema raus.
Nun haben wir folgende Situation: Treffen vor einer netten Kneipe, die Dame ist erschienen, ca. 5 Minuten zu spät, nett herausgeputzt. Der Mann ist frisch rasiert, geduscht und hat frisch gewaschene und gebügelte Klamotten an. Die zwei gehen in die Kneipe und setzen sich an einen Tisch. Von der nächsten Stunde hängt Erfolg oder Scheitern des Dates ab.
An Getränken sollte an etwas wählen, was keinen oder nur wenig Alkohol enthält. Eine zu lockere Zunge oder enthemmtes Verhalten ist nicht unbedingt ein Garant für ein gelungenes Date. Also besser nur ein Radler anstatt einem Bier. Dann klappt das mit der Artikulation auch ein bisschen länger.
Die Kommunikation ist nun der Faktor, von dem alles abhängt. Das beste ist es, diese erstmal so allgemein wie möglich zu halten. Filme und Musik bieten immer eine gute Grundlage für neutrale Gespräche, in denen man trotzdem noch über den Partner lernen kann. Und außerdem kann man hier schon erste größere Gemeinsamkeiten oder Unterschiede festmachen. Sind die ersten Schüchternheiten und Unsicherheiten dann verschwunden, kann man sich anderen Themen zuwenden.
Eigentlich ist es einfacher, über Dinge zu schreiben, die absolut tabu sind beim ersten Date. Reden über vorige Beziehungen beispielsweise. Das ist ein absolutes No-No. Kein Mann und keine Frau will sich Jammern oder Wut über den/die Ex von einem fast Fremden anhören.
Was man auf keinen Fall machen sollte, ist sich verstellen. Man kann sich ein bisschen zusammenreißen, um das Date nicht gleich schon nach fünf Minuten mit einem chauvinistischen oder feministischen Spruch enden zu lassen, aber man kann ja antesten, ob das Gegenüber auf die gleichen flachen Witze steht wie man selbst.
Was auch gar nicht geht ist Prahlerei. Ich will nicht hören, wie toll, wie stark oder wie reich mein Date ist. Dann kann er auch direkt in Säbelzahntigerfell mit der Keule über der Schulter kommen, das finde ich ebenso anziehend. Auch das Gummiboot zur Yacht hochstufen ist keine gute Idee, da sowas irgendwann auf jeden Fall rauskommt, sollte die Sache ernster werden.
Zu tiefschürfende Gespräche beim ersten Date sind anstrengend. Weil man sich noch nicht richtig kenn, passen (hoffentlich) beide Seiten auf, was sie sagen, und dann krampft sich das ganze so vor sich hin. Also nicht über Politik oder Weltanschauungen dikutieren, das führt beim ersten Date nur zu Knoten im Gehirn.
Vorträge über Computer, Autos oder Fußball sind ebenso angweilig für den Gesprächspartner wie einseitige Kommunikation über Mode, Make-up oder Schuhe. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Themen beide Seiten interessieren, und spätestens, wenn das Date gähnt und das Muster der Rauhfasertpete auswendig lernt, sollte dezent das Thema gewechselt werden.
Geistreiche Witze (ok, ich stehe auch schon mal auf ziemlich platte Sprüche) und nette Anekdoten reichen bei mir völlig aus, um mich zu gewinnen. Wenn mich ein Mann zum Lachen bringt, bin ich hin und weg.
Flirten hat viel mit Augenkontakt, Mimik und Körpersprache zu tun. Also beobachte ich mein Gegenüber, achte darauf, ob er positive oder negative Signale sendet. Verschränkt er seine Arme, ist das kein besonders gutes Zeichen. Sieht er sich oft im Raum um, rufe ich im Geiste schon nach der Rechnung. Wendet er dazu noch seinen Körper ab, könnte ich auch direkt schon nach Hause gehen. Positiv ist es, wenn er mich viel anlächelt, offen mir gegenüber sitzt, und nur Augen für mich hat. Dann ist eigentlich schon alles gebongt.
Eine Frau möchte sich beim ersten Date gut unterhalten fühlen, ein bisschen begehrt und auf jeden Fall geschätzt. Ist der Mann in der Lage ihr dieses Gefühl zu vermitteln, dann ist die größte Hürde bereits genommen.
Also: Die Frau zum Lachen bringen, ein paar kleine Komplimente in die Unterhaltung einflechten, nur sie ansehen und immer schön locker bleiben. Dann klappt alles wie von selbst.
Nach dem Date kommt das Zahlen. Die Frau alleine zahlen zu lassen halte ich zwar für sehr emanzipiert, auch sehr unhöflich. Getrennte Rechnung beim ersten Date finde ich völlig in Ordnung, wenn ich auch sehr gerne den Mann alleine zahlen lasse. Erfreulich, aber muss nicht sein.
Nun geht es noch um die Verabschiedung. Es gibt verschiedene Arten, sich zu verabschieden. Hieran kann man auch sehen, wie erfolgreich das Date war.
Ein kurzes "Tschüss" ist nicht unbedingt ein Zeichen für ein gutes Date. Hier sollte man/frau sich nicht auf ein Folge-Date einstellen. Also auf zum nächsten Versuch...
Vielversprechend ist eine kurze Umarmung, am besten noch mit Bussi auf die Wange. Das zweite Date ist schon so gut wie gebongt.
Natürlich gibt es auch die extreme Variante, wo die Verabschiedung erst am nächsten Morgen in der Wohnung passiert. Aber muss ja nicht direkt beim ersten Date sein ... (soll aber schon mal vorgekommen sein ;-) )
Auf dem Weg nach Hause kann man/frau das Date nochmal Revue passieren lassen, sich EInzelheiten nochmal einprägen, damit Gesprächsinhalte vertieft werden können, oder Gemeinsamkeiten ausgebaut.
Aber man kann sich auch einfach nur erleichtert freuen, dass der erste Stolperstein aus dem Weg geräumt wurde, und alles halbwegs glatt gegangen ist, man die Cola nicht verschüttet, keine peinlichen Einzelheiten ausgeplaudert und über seine eigenen Füße gefallen ist.

Samstag, Mai 26, 2007

FfA - Phase 1

Flirten für Anfänger (Männer im Speziellen)
Mein Süßer ist als Flirter eine einzige Katastrophe. Nun gut, er ist sehr aus der Übung, aber so langsam könnte er ja doch mal ein bisschen aus sich rauskommen.

Dazu kommt, dass ein lieber Kollege auch ständig Probleme im richtigen Umgang mit dem anderen Geschlecht hat.

Daher habe ich mir überlegt, dass ich mal ein paar Tipps geben könnte, so als Betroffene, die immer wieder Probleme mit dem Verständnis des männlichen Wesens hat, an die männlichen Wesen selbst gerichtet.



Phase 1: Das Kennenlernen

Heutzutage kann man sich an vielen Orten kennenlernen. Die wahrscheinlichsten Varianten für Singles in meinem Alter sind allerdings Single-Aktionen (also Speed-Dating, Ü 30-Parties, Single-Reisen etc.) oder das Internet. Natürlich gibt es auch noch konventionelle Wege wie Freundeskreis, Verein, Job oder Supermarkt. Aber da ist der Markt doch sehr eingeschränkt. In meinem Freundeskreis sind fast nur Pärchen, und die übrigen Singles sind entweder absolut nicht mein Typ oder nicht zu empfehlen (wie die alte Weisheit schon sagte: Männer über 30 sind wie Toiletten: entweder besetzt oder beschissen.). Im Verein sieht es hier auch mau aus, eine Beziehung im Job halte ich für unprofessionell, und imSupermarkt habe ich, ehrlich gesagt, noch nie jemanden kennengelernt.

Speed-Dating habe ich noch nie ausprobiert, Singlereisen auch nicht. Dazu war ich noch nicht verzweifelt genug. Aber über's Internet habe ich schon einige Männer kennengelernt, mit unterschiedlichem Erfolg (von spontanen Ekel-Anfällen bis hin zu mehrjährigen Beziehung war alles drin).

Lernt man sich im "wahren Leben" kennen (ob jetzt über Single-Aktionen oder im Supermarkt), dann ist es relativ einfach, den potentiellen Partner abzuchecken. Man sieht sie/ihn ja vor sich, kann die Stimme hören, die Körpersprache und Mimik sehen, und schon mal antesten, ob die Chemie stimmt.

Im Internet ist das nicht so einfach. Man investiert teilweise viel Zeit und Emotionen, ohne sich wirklich zu kennen. Daher bin ich zuletzt dazu übergegangen, die Männer so schnell wie möglich kennenzulernen. Das beugt Enttäuschungen vor, weil man sich ja doch ein Bild vom Gegenüber macht, weil man Körpersprache, Mimik und Geruch nicht über Internet oder Telefon senden kann. Wenn man sich dann schnell verabredet, investiert man nicht zuviel im Voraus. Und das finde ich einfach besser.

Donnerstag, Mai 17, 2007

Knutsch-Küss-Schlabber

Küssen ist ein schönes Thema. Ich küsse gerne. Und viel. Wenn ich denn jemand zu Küssen habe (hoffentlich ja bald wieder).

Es gibt die verschiedensten Arten von Küssen. Und die verschiedensten Arten von Küssern. Und fast alles macht Spaß. Nur ganz wenige Sorten nicht, aber dazu später.

Am lustigsten finde ich laute, halbfeuchte Schmatzer auf die Wange. Am besten noch vor vielen Leuten, die sich darüber amüsieren, wenn der Geküsste den Sabber von der Wange wischt und ein schockiertes Gesicht macht.

In der richtigen Situation darf auch mal durch's Gesicht geleckt werden. Aber auch nur, wenn die Stimmung sehr albern und man alleine ist. Sonst ist das selbst mir zu peinlich.

Aber so richtig schön sind zärtliche, sanfte Küsse. Da ist es auch egal, wohin geküsst wird. Leicht wie Schmetterlinge, zärtlich und sanft. Das ist was für romantische Stunden zu zweit.

Zungenküsse mag ich natürlich auch. Mal zärtlich, mal wild, mal spielerisch, mal fordernd. Hängt natürlich absolut von der Stimmung und der Situation ab. Was ich aber absolut nicht leiden kann, sind Küsse, bei denen sich die Zunge des Partners anfühlt wie ein toter Fisch. So einen Kuss habe ich mal bekommen. Und nicht wiederholt. Zungenküsse sind ein Partnerspiel, bei dem beide mitmachen müssen. Ansonsten kann ich auch darauf verzichten, auf den Mann zu den Fischküssen natürlich auch. Beim Zungenkuss ist alles erlaubt. Kaugummi klauen, Zungenkämpfe, Plombenzählen ... hauptsache, der Partner macht mit.

Es gibt natürlich auch noch andere Küsse. Familiäre Küsse, zum Beispiel. Die schönen Familienküsse sind die von Eltern oder Geschwistern, oder auch Freunden und Freundinnen. Nicht so schöne gibt es dann von alten, runzligen Tanten, die beleidigt wären, wenn man ihnen keinen Kuss auf die Wange zur Begrüßung gibt. Dass die aber auch nicht verstehen wollen, dass solche Aktionen Traumata auslösen können, die Runzelküsse für den Rest des Lebens mit sofortigem Herpes-Ausbruch bestrafen....

Küsse zwischendurch, zur Verabschiedung oder Begrüßen des Liebsten, einfach mal so spontan als Liebesbeweis über den Tag verteilt, sind auch sehr nett. Sie kosten nicht viel Zeit, und zeigen doch Liebe und Zuneigung.

Was ich auch absolut nicht ausstehen kann sind Küsse auf's Ohr. Das tut weh, ist unhöflich und respektlos.

Aber bis auf drei kleine Ausnahmen sind Küsse einfach nur toll. Ich freue mich darauf, dass ich hoffentlich bald auch wieder jemanden zum Küssen habe.

Mittwoch, Mai 16, 2007

Wie die Zeit vergeht ...

Vor lauter Stress bin ich in letzter Zeit zu rein gar nichts gekommen. Aber heute habe ich mal ein bisschen Zeit, weil alle Arbeit schon gemacht ist, und ich bloß auf den nächten Stressschub warte.
Im Schwabenland werde ich wohl nicht bleiben, mein Chef will mich nicht behalten. Aber das macht es mir umso leichter, wieder zurück nach Hause zu gehen. Auch weil sich meine beste Freundin und diverse andere Leute sehr darüber freuen :-)
Der momentan wichigste Grund ist, wie sollte es auch anders sein, der Pfarrer, den ich Anfang des Jahres kennengelernt habe. Wir verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander, telefonieren viel und kommen gut miteinander klar. Aber wir sind sehr verschieden, was die meisten Dinge betrifft. Ehrlich gesagt, ist er, vor allem was Zwischenmenschliches angeht, mein absolutes Gegenteil.
Im Flirten ist er eine einzige Katastrophe. Sehe ich ihn ein bisschen zu lange an, wird er gleich verlegen. Teste ich meine Grenzen aus, kann es passieren, dass er aufsteht und ganz schnell nach Hause muss.
Ich muss zugeben, es hat sich gebessert, aber ich grabe ja auch schon seit März an ihm rum. Und das ist echt ein Langsamkeits-Rekord für mich! Wow!
Er ist sowas von schüchtern, das habe ich noch nicht erlebt! Es ist ja nicht so, dass er noch nie eine Freundin hatte, aber ich frage mich manchmal, wie er das wohl angestellt hat!
Vor ein paar Wochen waren wir im Kino. Ich dachte, wo wir dann so nebeneinander sitzen, und er weiss, dass ich was von ihm will, da tastet er vielleicht mal nach meiner Hand, oder er legt den Arm um mich. Aber nichts da. Nichts ist passiert, nicht ein kleines bisschen. Ein katastrophaler Flirter!
Immerhin sind wir mittlerweile beim Kuscheln angekommen. Aber für's Küssen ist es noch zu früh, sagt er. Naja, ich passe mich halt an, weil ich nicht will, dass er irgendwann wieder aufsteht und wegläuft. Aber ich habe ihm schon angedroht, dass ich irgendwann, wenn es mir viel zu lange dauert, mit der Keule kome und ihn bewußtlos irgendwo ankette, damit er nicht mehr weglaufen kann ;-)
Er hat auch Angst, dass er nicht küssen kann, aber das kann ich ja nun echt nicht beurteilen. Außerdem stehen die Chancen ziemlich gut, dass er küssen kann, weil ich bisher bloß einen einzigen Kerl geküsst habe, der nicht küssen konnte. Und der war richtig schlecht, nebenbei bemerkt. Aber den habe ich dann auch bloß ein einziges Mal geküsst. Also liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht küssen kann, bei ca. 2%. Die Chancen stehen also gut. :-)))
Dieses Wochenende bin ich ja wieder zu Hause, mal sehen, ob ich ein bisschen weiterkomme....

Montag, März 05, 2007

Korrektur

Nachdem ich nochmal ein Wochenende daheim verbracht habe, und während der Fahrten viel Zeit zum Nachdenken hatte, ist mir klar geworden, dass es im Prinzip gar nicht darum geht, WAS ich will, sondern WEN ich will.
Irgendwie war das früher nie so ein Problem. Ich hab 'nen Typen gesehen, ihn angemacht, und entweder 'ne Abfuhr kassiert oder Erfolg gehabt. Völlig unkompliziert, es war ja kein Thema, jemand Neues zu finden. Neuer Typ, neues Glück.
Aber jetzt ist es alles andere als einfach geworden. Als weiblicher Single über dreissig 'nen passablen männlichen Single über dreissig zu finden ist ganz schön schwer. Denn nichts ist wahrer als der Spruch, dass Männer wie Toiletten sind: entweder besetzt oder beschissen.
Und merkwürdigerweise bin ich echt vorsichtig geworden. Das war eigenlich nie meine Art. Ich bin auf die Schnauze gefallen, wieder aufgestanden und habe einfach weitergemacht. Es war ja noch genug Zeit.
Doch jetzt liegt meine letzte lange Beziehung schon mehr als zwei Jahre zurück, in der Zwischenzeit gab es nur hoffnunglose Fälle. Männer, mit denen ich mir ein Zusammen-alt-werden vorstellen konnte, gab es eher weniger.
Und so richtige Lust auf Flirten habe ich irgendwie auch nicht mehr. Als ich letztens noch mal in einer Disco war, da hat es mich absolut nicht gereizt, mir da jemanden anzulachen.
Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich jemand Bestimmtes will. Und da fängt es dann an, so richtig kompliziert zu werden. Denn dieser Jemand ist in einer Beziehung, und nichts liegt mir ferner, mich in eine bestehende Beziehung einzumischen. Ich will doch keiner Frau den Mann wegnehmen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich zu freuen, wenn ich ihn sehe, und zu leiden, dass er nicht an meiner Seite sein kann.
Dieser Mann wäre für mich der einzig wichtige Grund, im Schwabenland zu bleiben. Würde er sagen: "Bleib, ich will dich in meiner Nähe behalten." Dann würde ich sofort, ohne zu überlegen, hier bleiben.
Auf der anderen Seite ist dieser Mann gleichzeitig einer der Hauptgründe, dass ich hier wieder wegwill. Daran zu denken, dass er jeden Abend zu seiner Freundin fährt, während ich alleine in meinem Zimmer hänge, die Vorstellung, dass die beiden eines Tages heiraten, das ist zu viel für mein armes kleines Herz. Das könnte ich nicht ertragen.
Also weiß ich, WEN ich will, doch er ist so unerreichbar, dass es mich schmerzt, ihn zu sehen. Ich gehe ihm aus dem Weg und suche gleichzeitig nach guten Gründen, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Doch auf die Dauer kann das nicht weitergehen, dann werde ich irgendwann völlig wahnsinnig.
Die einzig richtige Konsequenz ist also, mir in der Heimat wieder Arbeit zu suchen und zurückzugehen. Dann wäre auch mein Heimweh endlich wieder weg. Und ich könnte mal sehen, was der Pfarrer so macht. ;-)

Und hier noch mein momentanes Lieblingslied (von In Extremo), weil es meine Sehnsucht so richtig gut ausdrückt...

Singapur
Die alte Heimat ist fern von hier
Nur ihre Narben die blieben mir
Wenn Wellen meine Spuren lecken
Will ich das Salz des Windes schmecken
Bin vogelfrei, weit von daheim
Ein jeder Ort wird wohl besser sein
Hab aufgebaut und reiße ein
Der Große Sturm soll meiner sein
Der Wellenschlag bezähmt mein Herz
Schmeiß über Bord den Lebensschmerz
Kein letzter Blick, kein Gruß zurück
Das Leiden schwindet Stück für Stück

: Lass mich, lass mich nie wieder los
Lass mich, lass mich nie wieder los :

Die fernen Töne treiben mich
Wie die Motte in das Licht
Werd meine Seele tief ergründen
Und ich weiß ich werd mich finden
: Lass mich... :

Sonntag, Februar 25, 2007

Was will ich?

Ein Freund sagte letztens zu mir, als es um das Thema "Beziehungen und Torschlusspanik" ging, dass ich mir keine Sorgen machen sollte, denn je älter man würde, um so schneller gehe das mit der Beziehungsfindung. Worauf ich erwiederte, dass das sicherlich daran liege, dass man irgendwann ziemlich genau weiss, was man will, und was man nicht will.
Das hat mich darauf gebracht, zu überlegen, was ich überhaupt will. Merkwürdigerweise habe ich nach einigem Grübeln festgestellt, dass ich eher weiss, was ich NICHT will. Und, dass diese Dinge meist auch zu den Trennungsgründen meiner Beziehungen gehörten.
Was ich will, ist ein Mann. Einer der auf eigenen Füßen stehen kann und nicht bei jeder Kleinigkeit zu Mama rennt. Einer, der kochen kann, der für sich selbst sorgen kann, und der auch ohne Frau nicht im Chaos untergeht. Und zumindest ein bisschen meiner Liebe zur Musik muss er teilen. Gute Manieren gehören halt auch noch dazu. Intelligenz ist ein Muss, genauso wie ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit. Aber das war's dann auch schon.
Dinge, die mir egal sind, gibt es natürlich auch. Beim Aussehen gehe ich immer Kompromisse ein. Es ist ja völlig unmöglich, dass eines Tages mal Gary Oldman oder Johnny Depp vor mir stehen und mir sagen, dass sie mich heiraten wollen.
Ein Mann muss nicht schön sein. Schöne Männer muss man immer teilen ;-) Aber ein gewisses Etwas sollte er schon haben. Schöne Augen sind mir am liebsten. Lange dunkle Wimpern, intensive Augenfarbe. Und schon liege ich ihm zu Füßen.
Groß oder klein ist mir egal. Da ich leider nur in meiner Familie die Kleinste bin, ansonsten aber oft schon meine Umgebung überrage, kommt es öfter vor, dass ich gleichgroßen oder kleineren Männern begegne. Aber mittlerweile ist mir die körperliche Größe egal, wenn ich mich bei ihm geborgen und beschützt fühlen kann.
Ein Sixpack ist mir auch schnuppe. Bloß zu umfangreich sollte der Körperbau dann doch nicht sein.
Eigentlich stehe ich auf lange Haare. Aber im Prinzip ist mir die Haarlänge genauso egal wie die Haarfarbe.
Geld ist mir völlig egal. Ich hatte schon immer ein Händchen für arme Schlucker mit Potential zum Reichwerden, habe sie dann aber auch immer noch vor dem finanziellen Erfolg verlassen.
Was allerdings gar nicht geht ist ein schmarotzendes Wesen. Es ist ok, wenn er nicht jedesmal bezahlt, wenn wir ausgehen, aber es sollte nicht zur Gewohnheit werden, dass ich immer zahle, wenn ich nicht nur zu Hause rumsitzen will.
Auch Eifersucht kann ich absolut nicht leiden. Wenn nach mir jeder Unterhaltung mit einem anderen Mann eine Szene gemacht wird, oder ich mich immer in Acht nehmen muss, mit wem ich rede, dann ist das für mich ein Zeichen von mangelndem Vertrauen, und das hat in einer Beziehung nichts zu suchen. Nach meiner Erfahrung schließt der Partner auch oft von sich selbst auf andere Personen, und das ist noch schlimmer.
Ein klammernder Partner wäre mir auch ein Greuel. Ich brauche meine Freiheit. Jede freie Minute mit dem Partner zu verbringen klingt zwar schön, aber wird irgendwann sehr eintönig. Natürlich muss man sich gemeinsame Zeiten gönnen, sonst wäre es ja keine Beziehung, aber ein gewisses Maß an Freiraum muss bleiben. Wenn ich meinen Partner die ganze Zeit am Rockzipfel hängen habe, dann habe ich keine Gelegenheit mehr, mich auf die Zeit mit meinem Partner zu freuen. Auf die Dauer ist das keine gute Basis.
Mangelndes Interesse an meiner Arbeit, oder was auch immer ich gerade tue, ist für mich auch nicht mehr drin. Er muss sich ja nicht für das Toilettenpapier interessieren, das ich benutze. Aber meine Arbeit muss er ernst nehmen, und ein paar von meinen Hobbies auch. Immerhin habe ich mich im Laufe der Jahre mit Feindraht, Motorrädern, Gitarren und Verstärkern auseinandergesetzt. Für mich ist das selbstverständlich, aber wohl für viele andere nicht.
Die Unfähigkeit, Gefühl zu zeigen ist für mich ebenso ein no-go wie das minütliche Verkünden von Liebesschwüren. Ein gesundes Mittelmaß tut's auch. Ich muss nicht jede Sekunde mit Liebesbekundungen und -beweisen überschüttet werden, aber das völlige Fehlen von emotionalen Äußerungen oder gar Körperkontakt ist dann auch der falsche Weg.
Jemand, der mein Leben plant, als wäre es seines, der jetzt schon weiß, wie in zehn Jahren unsere Kinder aufwachsen sollen, ohne dass ich Mitspracherecht habe, kommt mir gar nicht in Frage. Dazu muss ich noch sagen, dass in solchen Situationen der Rebell in mir zum Vorschein kommt, und ich dann genau das Gegenteil von dem mache, was für mich vorgesehen war.
Worauf ich mittlerweile absolut allergisch reagiere, sind Personen, die nur lauwarme Luft von sich geben. Theorie und Praxis sollten schon übereinstimmen, sonst sind die besten Absichten für die Katz.
Im Grunde genommen bin ich immer bereit, Kompromisse einzugehen. Jede Beziehung ist anders, wie auch jeder Mann anders ist. Aber zu viele der no-go's sollten dann doch nicht auftreten, denn ich habe schon meine Gründe dafür.
Das Wichtigste ist allerdings, eine gemeinsame Basis außerhalb des Bettes zu haben, damit es auch wirklich klappt. Naja, und glänzen die Gläser, dann klappt's sicher auch mit dem Nachbarn ... *grins* (na, dem in W. natürlich!!)

Sonntag, Februar 11, 2007

Frauenmasochismus

Nach der stressigen Woche und dem Ich-bewege-mich-keinen-Meter-Tag gestern habe ich mir heute überlegt, ich könnte mal was für mich tun. So 'nen richtigen Beauty-Tag einlegen, an dessen Ende ich mich schön und begehrenswert finde.
Mittlerweile fühle ich mich auch so, aber der Weg dahin war steinig und schwer. Wenn die Männer wüssten, wie schmerzhaft es sein kann, schön zu sein, würden sie sich nie einer solchen Tortur unterziehen .... Moment mal .... Machen sie ja eh nicht. Aber von Frauen wird's verlangt. Naja. Die Geschlechterrollen waren schon immer ungerecht verteilt. Aber das weicht jetzt vom Thema ab.
Angefangen habe ich mit den Haaren an meinen Armen. Entfernen will ich die nicht, weil das dann total bescheuert aussieht, wenn die nachwachsen. Also werden sie blondiert. Was äußerst schmerzhaft ist. Das Zeug kribbel und zwickt und pisakt. Folter pur für zehn Minuten. Das war dann schon der erste Punkt, an dem ich mich gefragt habe, ob ich noch ganz dicht bin, mich auf eine solche Weise entspannen zu wollen.
Danach habe ich eine Schönheitsmaske aufgetragen. Die war zur Abwechslung sehr angenehm und fühlte sich wirklich gut an.
Gleichzeitig habe ich mir die Oberschenkel rasiert. Bis auf bisschen Verrenken ging das auch ganz gut und war nicht schlimm.
Nach einer Dusche, die so ziemlich der Höhepunkt war, hatte ich mich dazu entschlossen, meine Unterschenkel zu epilieren. Blöde Idee! GANZ blöde Idee! Das hatte ich nämlich seit gut zwei Monaten nicht mehr gemacht, und nur bei Bedarf den Rasierer drübergleiten lassen. Nach den ersten paar Sekunden Epilieren wurde mir klar, wie angenehm sanft Tätowieren ist. Das, was jetzt kam, waren fünfundvierzig Minuten Zähne zusammenbeißen unter dem Motto: "Wer schön sein will muss leiden!" Und gleichzeitg habe ich mir dreimillionen Mal die Frage gestell, wofür ich das eigentlich mache. Aber weil ich ein tapferes großes Mädchen bin habe ich die Selbstfolter durchgehalten, ohne zuviel zu schreien.
Jetzt fehlt nur noch das Fußnägel-Lackieren, was ausser kalten Füssen eigentlich auch nicht so schlimm ist.
Aber irgendwie denke ich mir, ich muss doch voll bescheuert sein, mir absichtlich Schmerzen zuzufügen, um mich am Ende des Tages schön zu fühlen. Das sind die Punkte, bei denen ich mir wünsche, ich wäre doch ein Mann. Männer dürfen behaarte Arme und Beine haben, buschige Augenbrauen und Bart. Und eine Frau muss aussehen wie ein glatter Baby-Popo. Tja, es ist doch einfach alles ungerecht.... *seufz*