Mittwoch, Januar 27, 2010

Vorfreude



Ich bin jetzt in der Wal-Phase. Der Bauch ist riesig und neigt sich gen Boden, aber erstaunlicherweise geht's mir immer noch super und ich fühle mich überhaupt nicht behindert durch das Paket vor dem Körper.

Die Frage "was wird es denn?" kann ich allerdings mittlerweile echt nicht mehr hören. Die letzten Male hab ich nur noch gesagt "ein Kind". Ich weiss das Geschlecht unseres Kindes nicht, und ich will es auch nicht wissen. Und trotzdem freue ich mich unendlich darauf, es endlich rauszufinden. Das wird eine Überraschung wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen.

In meinem schlauen Buch hatte ich eigentlich gelesen, dass die Bewegungen des Kindes am Ende abnehmen. Davon merke ich allerdings nicht so furchtbar viel. Dafür kann ich umso mehr sehen. Der Bauch bewegt sich wie die Erde bei einem Erdbeben, Beulen hüpfen von einer Seite auf die andere und manchmal hüpft der Bauch plötzlich in die Höhe. Das schöne ist, das das Ganze nichtmal unangenehm ist. Ich genieße die Bauchmassage von innen, am Schlafen hindert es mich kaum (da schon eher die Erkältung, die ich in den letzten zwei Wochen hatte) und mein Mann findet es total lustig, wenn sich mein Bauch selbständig macht.

Angst vor der Geburt habe ich kaum. Das haben so viele Frauen vor mir schon überstanden, vor Schmerzen habe ich keine Angst, und am Ende ist es sowieso nicht zu ändern. Aber ich denke, dass eine gute Einstellung auch einen Unterschied machen kann. Ich bereite mich so gut wie möglich vor, mache Dammmassagen (welch ein Spaß!) und trinke Himbeerblättertee. Atemübungen spar ich mir, Tiefenatmung kann ich aus dem Effeff; für irgendwas muss das Singen ja gut sein. Und ich versuche, möglichst aktiv zu sein. Meinen Sport habe ich leider ein bisschen schludern lassen in den letzten Wochen, aber hüpfe fleissig auf meinem Gymnastikball vor dem PC rum und mache wie gewohnt meine Hausarbeiten, das ist ja auch Bewegung.

Der Nestbau ist fast abgeschlossen. Klamotten haben wir noch und nöcher, die anderen Erstausstattungssachen haben wir auch. Morgen kommen die Möbel für's Kinderzimmer, aber eingentlich wäre es auch kein Problem gewesen, wenn Baby zu früh zu Welt gekommen wäre, weil wir genug Schlafgelegenheiten (ein Baby-Bay, eine Wiege von meinen Eltern und einen Stubenwagen von einer Freundin) haben, und wickeln kann man ja zur Not auch auf einem normalen Tisch. Das Zimmer ist soweit vorbereitet, die Leute müssen nur noch mit den Sachen antanzen.

Für die letzten paar Tage habe ich mir eine To-Do-Liste gemacht, die ich aber jetzt schon fast abgearbeitet habe. Ich muss nur noch mal putzen und Wäsche waschen. Der Koffer für die Klinik steht schon seit ein paar Wochen bereit, die Karten für Freunde und Verwandte sind soweit vorbereitet, andere Sachen, die ich vor mir hergeschoben hatte, habe ich auch endlich erledigt. Also kann ich ganz entspannt in die Klinik, ohne mir Sorgen machen zu müssen, ich hätte noch was zu tun.

Nächste Woche hat mein Mann Urlaub. Mal sehen, ob unser Baby dann meint, es sei fertig. Ich habe dem Baby gesagt, dass es kommen darf, wenn es fertig ist. Jetzt heißt es also: abwarten. Ändern kann ich eh nichts. Das Baby muss entscheiden, wann es bereit ist, auf die Welt zu kommen. Auf jeden Fall haben wir eine entspannte und gleichzeitig spannende Woche vor uns, die letzten Tage zu zweit. Und dann wird alles anders...

Dienstag, November 03, 2009

Geschlagen und getreten

Mittlerweile sind es nur noch gut drei Monate bis zum errechneten Entbindungstermin. Und mein Bauch wächst und wächst.

Bernd geht es hervorragend, er macht sich handgreiflich bemerkbar, tritt und haut, vor allem, wenn ich gerade mal irgendwo zur Ruhe kommen möchte. Aber was beklage ich mich? Ehrlich gesagt, freue ich mich über jeden Tritt, jeden Schlag und jeden Schluckauf. Denn so kann ich sicher sein, dann mein Baby in Ordnung ist und es ihm gut geht.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass Bernd auf äußere Einflüsse reagiert. Einmal hatte ich nachts nach meinem obligatorischen Gang zum Klo ziemliches Magengrummeln, und da kam es aus dem Bauch heraus wie Klopfen mit dem Besenstiel: "Ey, Ruhe jetzt!" Und ein anderes Mal habe ich mit dem Stethoskop nach Herztönen gesucht, aber offensichtlich an der falschen Stelle, den die beulte sich auf einmal gut sichtbar nach aussen.

Das mit dem "Bauchgefühl" bekommt so natürlich auch eine völlig andere Bedeutung. Lustig ist wirklich, wenn Bernd so große Bewegungen macht, dass es auch von außen sichtbar ist.

Ich bin einfach nur überglücklich, dass bisher alles mehr oder weniger gut gegangen ist. Und wenn jetzt etwas Schlimmes passieren sollte, ist die Überlebenschance schon wirklich gut. Aber ich wirklich guten Mutes, dass Bernd gesund und munter zur richtigen Zeit auf die Welt kommen wird. Und dann nicht mehr Bernd heißt, sondern vielleicht ... ääääähm ... ehrlich gesagt, haben wir noch keinen Namen richtig ausgesucht.

Tja, das steht dann also auch noch an. Kinderzimmer einrichten, Erstausstattung besorgen, Kindersitz aussuchen und kaufen, Namen aussuchen, .... Das gibt noch schöne drei Monate!!

Freitag, August 14, 2009

Dicker Bauch mit Alien

Seit vorgestern ist es amtlich: ich (jaja, eigentlich ja wir, weil mein Mann natürlich auch beteiligt war) werde ein Kind bekommen, dass wohl nach mir kommt. Wir waren bei der Frauenärztin, die vergeblich versucht hat, eine vernünftige Ultraschall-Aufnahme zu machen. Aber Bernd (so heißt mein Kind bis zur Geburt - keine Sorge, der richtige Name wird noch ausgesucht) hatte sich so positioniert, dass man nur einzelne Körperteile betrachten konnte. Und als sie dann doch noch ein Bild ausgedruckt hat, hat Bernd darauf die eine Hand bis zum Anschlag im Mund stecken. Was für ein Clown!!!

Aber ganz so unbeschwert war es dann doch leider nicht die ganze Zeit. In der 8. Woche hatte ich plötzlich Blutungen. Daraufhin habe ich ein paar Tage liegend (ich durfte nur zu Mahlzeiten, zum Duschen und zur Toilette aufstehen) im Krankenhaus verbracht. Die Diagnose war, dass eine Blutblase zwischen Uterus und Plazenta geplatzt und ausgeblutet ist. Damit die Plazenta dann wieder gut anwachsen konnte, musste ich liegen.

Als ich dann wieder zu Hause war dachte ich, dass das Ganze vorbei ist, und ich mich nur ein bisschen schonen muss, damit alles gut geht. Aber: falsch gedacht. eine Woche später hatte ich leichte Schmierblutungen. Der Rat der Ärztin: hinlegen. Und zwar richtig. Von da an hatte ich jedes Mal, wenn ich mal wieder mutig war und ein bisschen was im Haushalt gemacht habe, wieder Schmierblutungen. Das war echt nervenaufreibend, und ich habe mein Kind Bernd genannt, weil es eine Spaßbremse wie Bernd das Brot war.

Irgendwann habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und bin nochmal ins Krankenhaus, weil meine Frauenärztin nicht da war. Da wurde beim Ultraschall festgestellt, dass es eine ältere Blutblase gab, wie die die vor ein paar Wochen schon geplatzt war. Und die hat dann immer mal wieder Blut abgegeben. Dem Baby ging es soweit gut. Damit wusste ich dann Bescheid. Die Blutblase ist dann auch geplatzt, und seitdem ist Ruhe.

Beim großen Ultraschall in der 13. Woche hat die Frauenärztin dann nochmal ganz genau nachgesehen, ob noch Einblutungen oder so bestehen, aber es war nichts zu erkennen. Und dem Baby ging es hervorragend. Trotzdem war meine Angst noch nicht ganz weg. Es hätte ja immer noch was passieren können, auch wenn die kritische Zeit vorbei war.

Aber als wir dann auf der Hochzeit von einem von den Freunden meines Mannes waren, und ich sogar getanzt habe, ohne dass irgendwas passiert ist, bin ich ein bischen sicherer geworden. Letzte Woche war ich dann Schwimmen und Wandern, und es ist gut gegangen. Und letzte Gewissheit hat mir dann der Arzttermin vorgestern gebracht. Es ist alles in Ordnung, und ich kann endlich meine Schwangerschaft genießen.

Die kritische Zeit ist nun wirklich weit vorbei, ich bin fast (morgen) in der 16. Woche, meinem Baby geht es super und mir geht es hervorragend. Endlich!

Bloß haben sich natürlich die letzten Woche nicht gerade vorteilhaft auf mein Gewicht ausgewirkt. Jetzt habe ich schon das Gewicht für die gesamte Schwangerschaft drauf. Wäääää! Aber weil ich jetzt auch wieder Sport machen darf, bin ich guter Hoffnung, dass ich wieder ein bisschen mehr Kalorien verbrauchen kann. Sonst seh ich nämlich aus, als würde ich Zwillinge bekommen.

Endlich kann ich mich freuen, ohne noch groß Angst zu haben. Die nächsten Wochen und Monate werden sicher sehr spannend werden!!!

Sonntag, Mai 17, 2009

Star Trek

Für einen alten Trekki wie mich war der neue Star Trek Film natürlich ein MUSS! Ach, was habe ich die Serien und Filme geliebt, in denen Kirk so heldenhaft den Bauch einzog, Spock so schön nüchtern mit Pille argumentierte und die Statisten ohne Sprechrolle grundsätzlich als erste erschossen wurden. Auch die anderen Serien fand ich alle gut, außer Deep Space 9, die war nämlich totlangweilig. Als "Next Generation" nachmittags im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kam (ja, das ist lange her), war ich jeden Tag für eine dreiviertel Stunde an Bord der Enterprise.

Da der neue Film ziemlich gute Kritiken bekommen hat, habe ich gehofft, ich würde nicht enttäuscht werden. An sich war der Film super, aber dass Spock was mit Uhura hatte, fand ich dann etwas befremdlich. Vor allem, weil es so kommentarlos und ohne Vorgeschichte kam. Er war ihr Ausbilder, sie küsst ihn im Aufzug, sie kommt bei der Himmelfahrtsmission mit zum Transporter und knutscht ihn ab. Ääääähm ... ok, das sei mal dahingestellt.

Was ich super fand, war, dass die Schauspieler zwar ihre Rollen gut verkörpert, aber nicht einfach nur die alten Rollen abgeguckt haben. So hatte dann jeder doch noch einen Tick Individualismus und nicht ein Aufkochen der alten Suppe. Aber die groben Macken mit Wiederekennungswert wie das Draufgängerische bei Kirk, das Verrückte bei Scott, das wissenschaftlich Nüchterne bei Spock oder das emotional Schrullige bei Pille kam sehr gut durch.

Ich bin auf jeden Fall immer noch halb im Star Trek-Universum und freue mich auf die DVD (Originalstimmen verdoppeln das Vergnügen!).

Montag, Mai 04, 2009

Wolverine

Wow, ich muss sagen, ich bin total hin und weg. Ja, ich bin ein eingefleischter Fan der Comic-Serie, und ich habe nicht nur die Filme gesehen. Ich gucke auch, sooft es eben geht, die Zeichentrickserie. Wolverine ist cool. Sogar in gelben engen Hosen wie im Comic. Aber Hugh Jackman als Wolverine ist umso cooler. Hugh Jackman ist sexy as hell, da macht dann die etwas schrullige Frisur und die Kotletten von Wolverine auch nichts mehr dran.

Gut, ich bin in den Film gegangen und habe gehofft, dass er akzeptabel ist. Aber meine Erwartungen wurden echt übertroffen. Ein supermegacooler Action-Film. Ok, die sentimentalen Szenen hätte man sich auch sparen können, aber sie waren ja nicht zu lang. Die Story ist natürlich nicht besonders verzwickt und relativ geradlinig, aber das hier ist ja auch ein Action-Film und nicht was für den intelektuellen Anspruch. Außerdem wird die Kontinuität zum Rest der X-Men Reihe eingehalten (außer bei Sabertooth, der Wolverine in X-Men I offensichtlich nicht unbedingt kennt).

Wo ich aber dann doch lachen musste, das war die Szene, in der er seine totgeglaubte Freundin im Arm hält, das Gesicht zum Himmel wendet und schreit. Das ist irgendwie eine Szene, die die Schreiberlinge dem armen Kerl immer wieder auf's Auge drücken. In "Van Helsing" steht er da, seine Liebste im Arm und schreit, bei X-Men III steht er da mit Jean Grey, und es gibt noch einen Film, in der er genau diese Pose einnimmt, aber mir ist gerade der Name entfallen. Also an der Stelle konnte ich mich dann leider nicht zurückhalten und musste lachen. Mensch, der arme Kerl! Immer wieder dieses Déja-vu.

Aber abgesehen von der kleinen Lacher-Szene ist der Film richtig super. Und die gequälte und gemarterte Seele von Wolverine kommt so richtig gut durch. Schade, dass es so lange dauert, bis ein Film endlich auf DVD rauskommt. :-(

Freitag, April 24, 2009

Pünktlich kommen mit der Deutschen Bahn

Ist das ein Ding der Unmöglichkeit? JA, es ist in der Tat nicht möglich. Bei einem wichtigen Termin ist es mm besten, man fährt schon mindestens eine Tag früher los, um sicher zu gehen, dass man auch pünktlich ankommt. Sonst kann es sein, dass man so sehr zu spät kommt, dass man einfach den nächsten Zug wieder nach Hause nehmen kann.

Ok, so schlimm war's bei mir nicht. Ich hatte keinen lebenswichtigen Termin, dafür war's zu spät: ich wollte auf eine Beerdigung. Weil es mir zu stressig war, allein die lange Fahrt auf mich zu nehmen, ohne eine mehrtägige Regenerationspause zwischendurch, hatte ich mich entschieden, mit der Bahn zu fahren. Ich Naivling!!!

Eigentlich hatte ich gedacht, dass dank der Pünktlichkeitsversprechen und alles Verbesserungen die Bahn zu einem benutzbaren Personenbeförderungsmittel geworden sei. Die Stunden, die ich während meiner Studienzeit auf Bahnhöfen verbracht hatte, um auf verspätete oder ausgefallene Züge zu warten, kann man sicherlich zu einigen Monaten zusammenziehen. Dazu kommen natürlich noch die Stunden, die ich im Zug mitten in der Pampa, möglichst bei brennender Hitze und ohne Angabe von Gründen einfach nur so rumgestanden habe. Ich nahm einfach an, dass sich die Bahn gebessert haben könnte. Aber das war wohl ein bisschen viel an Optimismus.

Als ich in Konstanz ankam (wegen meiner etwas neurotischen Angst vor Unpünktlichkeit etwa eine halbe Stunde zu früh) und auf das Gleis gehen wollte, von dem mein Zug abfahren sollte, kam mir ein Mann entgegen und sagte: "Momentan fahren keine Züge. Da war ein Personenunfall zwischen Radolfzell und Konstanz. Es gibt aber Schienenersatzverkehr da hinten an der Bushaltestelle." Natürlich war weit und breit kein Bahnbediensteter zu sehen, der mich davon abgehalten hätte, zum Gleis zu gehen, und da erst mal dumm rumzustehen, weil ich ja nicht wusste, dass keine Züge fuhren. Ich dankte dem Mann, ging zur Bushaltestelle und stand da erst mal dumm rum. Es kam kein Bus, ausser dem normalen innerstädtischen Verkehr.

Nach einer Viertelstunde kam dann am Bahnhof die Durchsage: "Auf Gleis zwei steht abfahrbereit der Regionalexpress nach Radolfzell. Der nächste Zug Richtung Karlsruhe ist auf unbestimmte Zeit verschoben." Also machten sich alle Leute, die an der Bushaltestelle gestanden hatten , auf den Weg zu Gleis zwei. Auf halber Strecke kam dann die Aufforderung, wir sollten doch gefälligst schneller gehen, der Zug will abfahren. Ich hab gedacht, mein Schwein pfeifft! Ok, die Bahn kann nichts dafür, wenn sich einer vor den Zug wirft, aber so eine Durchsage ist doch echt eine Frechheit. Es waren ja auch alte Leute und Frauen mit Kinderwagen dabei, da ging das alles nicht so schnell!

Der Zug ist dann doch nicht losgefahren, bevor alle drin waren. In Radolfzell stand dann tatsächlich ein Zug nach Karlsruhe bereit, in den ich umsteigen konnte. "Ha," dachte ich, als ich einstieg, "jetzt wird doch noch alles gut!" Ich Naivling! Zwei Stationen vor Karlsruhe kam die Durchsage: "Dieser Zug endet außerfahrplanmäßig hier. Der Zug nach Karlsruhe steht abfahrbereit auf dem gegenüberliegenden Gleis." Gut, dass ich meine Zugverbindung so ausgewählt hatte, dass ich nur zweimal umsteigen hätte umsteigen müssen.

Danach lief alles überraschenderweise glatt. Mein Anschlusszug in Karlsruhe war nicht zu früh und nicht zu spät, und ich hatte einen guten Sitzplatz. Allerdings blieb der Zug nach Köln auf freier Strecke irgendwo stehen, und es roch sehr merkwürdig nach schmelzendem Metall. Und es kam die beruhigende Durchsage, dass wir uns um ein paar Minuten verspäten würden.

Dabei hatte ich dann genügend Zeit, den Mann zu beobachten, der sich mir gegenüber hingesetzt hatte. Er war vom Typ "Nerd" und kaute offensichtlich an den Fingernägeln. Und wenn er nicht gerade geschlafen hat, dann hat er auf seinem I-Book rumgehämmert. Aber als er dann mal eingeschlafen ist, lief ihm der Sabber aus dem rechten Mundwinkel den Hals hinunter. Ich habe mich sehr über diese Gesellschaft gefreut.

Ansonsten war es wirklich sehr entspannend, am Rhein entlangzutuckern und aus dem Fenster zu sehen, anstatt konzentriert auf die Fahrbahn und meinen Vordermann zu starren.

Der Rest der Hinreise lief dann wirklich glatt. Ich kam früh genug für meinen Anschlusszug in Köln an, habe mich mit meiner Schwester getroffen, und wir sind dann gemeinsam den Rest der Strecke gefahren.

Als ich dann für die Rückreise an meinem ehemaligen Heimatbahnhof stand und auf meinen Zug wartete, da kam tatsächlich ein Zug pünktlich auf die Minute in den Bahnhof eingefahren. Dumm war nur, dass dies der Zug von vor einer Stunde war, der ein bisschen Verspätung hatte. Den hätte ich natürlich nehmen können und wäre pünktlich an meinem Umsteigebahnhof Gießen angekommen, wenn der Zug nicht nur bis zur nächsten Station gefahren wäre.

So musste ich dann auf meinen "richtigen" Zug warten, der an bei meinem Einsteigen schon so viel Verspätung hatte, dass ich meinen Anschluss auf jeden Fall verpassen würde. Gut, dass ich meine Zugverbindung nach der Schnelligkeit ausgesucht hatte, weil ich ein bisschen Zeit sparen wollte, da mein Mann abends noch einen Termin hatte und mich nicht zu jeder Zeit abholen konnte. Offenbar sieht die Bahn auch keine Notwendigkeit, eine Verspätung wieder aufzuholen (das wusste ich ja schon aus langjähriger Erfahrung), kam ich natürlich viel zu spät für den Anschlusszug.

Netterweise hatte der Zugführer mir einen Tip gegeben, wann und wo der nächste Zug fahren würde, also saß ich dann anstatt im Zug nach Frankfurt in der Bahn nach Karlsruhe. Na, hab ich mir gedacht, das hätte ich auch anders haben können. Da hätte ich auch über Köln fahren und mir eine Menge Nerven sparen können.

In Karlsruhe wusste ich dann nicht, wohin, also bin ich zum Info-Schalter gegangen, um erstmal ein bisschen Dampf abzulassen, weil mein Mann mich unmöglich noch in Konstanz abholen konnte und ich mit dem Zug bis nach Hause hätte fahren müssen. Mal abgesehen von den Mehrkosten hätte ich auch noch mehrere Kilometer nach Hause gehen können. Aber mir wurde sofort der Wind aus den Segeln genommen mit der Auskunft, dass in dreissig Sekunden ein Zug nach Baden-Baden fahren würde und ich dort einen Anschluss nach Konstanz bekommen könnte.

Also bin ich losgesprintet, und dank der Pünktlichkeit der Bahn fuhr der Zug nicht etwa schon ab sondern kam gerade erst an. B#esagterZug war ein völlig überfüllter ICE, bei dem ich dann im Gang auf dem Boden gesessen habe. Glücklicherweise war es nicht so sonderlich weit bis Baden-Baden.

Von da an ging es tatsächlich gut. Ich habe den Ragionalexpress nach Konstanz bestiegen, bin pünktlich in Konstanz angekommen (wenn man von der einstündigen Verspätung mal absieht), und mein Mann hatte noch knapp Zeit, mich abzuholen.

Eine wirkliche Glanzleistung der Bahn! Ich bin mal gespannt, wieviel Geld ich bei der nächsten Zugfahrt bekomme, wenn die ihr Versprechen halten, dass man Teile vom Fahrtpreis bei Verspätung wiederbekommt...

Dienstag, März 10, 2009

Murphy's Gesetz

Es darf echt nicht wahr sein.

Seit einem halben Jahr warte ich darauf, dass mir eine für mich geeignete Stellenanzeige in die Finger gerät. Aber: nichts. Die ganzen sechs Monate kamen nur Anzeigen für Bauleiter, Bauzeichner, oder mit viel zu weitem Anfahrtsweg.

Bauleitung möchte ich nicht mehr machen. Das war einfach viel zu viel Stress für mich. Und ich bin ja auch noch Pfarrfrau und muss ein großes Haus versorgen. Das kann ich meinem Mann nicht antun, dass ich 9-10 Stunden am Tag arbeite und dann tot auf's Sofa falle. Mein Mann hat ja auch einen nicht gerade lauen Beruf, so dass er auch nicht viel Zeit für den Haushalt hat. Also kommt so ein Job gar nicht mehr in Frage.

Als Bauzeichner bin ich mir dann mittlerweile doch zu schade. Für die Anfangszeit war das schon in Ordnung, es war halt besser als nichts, aber jetzt habe ich ein bisschen Berufserfahrung, und so dringend muss ich dann auch nicht arbeiten gehen.

Ein weiter Anfahrtsweg lohnt sich dann auch nicht. Da gehe ich ja fast nur für den Sprit arbeiten, das muss auch nicht sein.

Also hatte ich aufgrund der Rezession die Hoffnung aufgegeben und mich nur noch auf den Haushalt konzentriert, auch wenn das nicht unbedingt die Erfüllung meiner Träume ist. Außerdem haben wir dann überlegt, dass es Zeit für Kinder ist, und ich habe die entsprechenden Maßnahmen getroffen.

Aber letzte Woche war die Anzeige von einem Architekturbüro in der Zeitung, das einen Architekten für Konstruktion und so sucht. Das Büro ist im Nachbarort, und die Jobbeschreibung hört sich gut an.

Und am letzten Samstag gab es eine Anzeige, dass ein ca. 30 Kilometer entfernter Ort jemanden für das Bauamt sucht. Da kann ich natürlich nicht widerstehen. Mein letzter Job war ein Traum, und wenn auch in der Schweiz der öffentliche Dienst mehr Stunden machen muss und die Muttschschutz-Privilegien nicht so gut sind wie in Deutschland (in der freien Wirtschaft aber auch nicht), muss ich mich einfach auf die Stelle bewerben.

Mal sehen, was das gibt. Ist ja echt verrückt, dass ausgerechnet jetzt, wo ich eigentlich andere Pläne hatte, wieder die Tür in meinen Beruf aufgeht. Was aber nicht heißt, dass wir die Sache mit den Kindern nicht weiter verfolgen. Wer weiss, ob ich überhaupt eine Chance habe, eingestellt zu werden, in meinem Alter und frisch verheiratet...