Sonntag, Juni 01, 2008

Tantchens Geburtstag

Meine letzte Großtante ist am Samstag einhundert (in Ziffern: 100) Jahre altgeworden. Natürlich ein riesiges Ereignis, zu dem die ganze Verwandtschaft geladen war.
Das Tantchen ist die letzte noch lebende Schwester meiner Oma väterlicherseits, was ich wirklich betonen muss, da meine Verwandtschaft mütterlicherseits nicht so unbedingt brauchbar oder erwähnenswert ist.
Tantchens Geburtstage waren immer schon lustig. Früher, als sie noch alleine auf dem Dorf gewohnt hat (also bis vor ca. vier Jahren), gab es in ihrem Häuschen immer groß Party. Da kamen dann die Söhne mit Familien (mittlerweile inklusive Ur-Enkel), Nichten und Neffen, deren Kinder und Enkel, und die alten Cousinen. Und zusätzlich dann auch noch Nachbarn und Freunde. Die meisten Leute wurden im Wohnzimmer untergebracht, der Rest musste dann in der Küche sitzen.
Der Kuchen wurde immer mitgebracht. Pro Familie ein Kuchen, wobei sich dann immer gegenseitig übertroffen wurde. Aber selbst der Verlierer-Kuchen war noch absolut köstlich.
Die Ankunft war schon fast rituell. Der Kuchen wurde in die Küche gebracht, dann wurde gratuliert. Danach wurde jeder bereits Anwesende mit Handschlag begrüßt. Nichts mit Bussi-Bussi, wie das schon mal auf solchen Verwandtschafts-Treffen ist (bei Mutterns Cousinen ist das immer angesagt). Entweder ein kräftiger Händedruck, oder ein kräftiger, von Herzen kommender Knuddel (den gab's auf jeden Fall immer von Tantchens Schwiegertochter). Dann wurde ein freier Platz gesucht, und eventuell noch ein Kuchenteller besorgt.
Wurde das Kaffeetrinken eröffnet, dann ging's richtig zur Sache. Natürlich wurde auch hier, wie auf so vielen Feiern, aufgepasst, wie oft von wem der Kuchen angesteuert wurde. Wenn auffiel, dass weniger als drei Stück Kuchen vertilgt worden waren, wurde man zu mindestens noch einem kleinen Stück Torte genötigt. Alles andere wäre beleidigend gewesen oder wurde mit der Frage "Bist du auf Diät?" kommentiert.
Nach diesem Schmaus konnte man sich entweder den Spaziergängern anschließen, oder sich im Wohnzimmer lustige alte Anekdötchen aus der Verwandtschaft anhören.
Obwohl bei Tantchens Geburtstagen immer gutes Wetter war, gab es jedes Mal Gewitter, vor denen die Spaziergänger dann flüchten mussten. Ich kann michan diverse schwere Schauer erinnern, während deren wir uns irgendwo unter dichte Bäume oder Vieh-Unterstände geflüchtet hatten...
Die Anekdoten waren immer sehr unterhaltsam. Eine von Cousinen erzählte von Ihrem Vater, der ein echtes Original gewesen war, oder von diversen anderen lustigen Gestalten in der Verwandtschaft, denn davon gab es genug. Oder die alten Damen machten sich gegenseitig übereinander lustig. Ein typischer Dialog (nicht vergessen, die Damen waren so um die achtzig!) war so etwas wie:"Aua, jetzt hab ich mir mein Knie am Tischbein gestoßen!" - "Warum machst du denn so was? Das tut doch weh!"
Drumherum rannten kreischende Kinder, wurde gespült, gelacht und Unsinn gemacht. Ruhig ging es nie zu. Wozu auch? Tantchen und alle anderen hat es nicht gestört, und es war eine Familienfeier, keine Beerdigung.
Wenn dann die Spaziergänger wieder eingetrudelt waren, gab es noch Abendessen. Nicht, dass irgendjemand noch Hunger gehabt oder gar der Magen geknurrt hätte. Es gab Würstchen mit Kartoffelsalat, ob man wollte, oder nicht. Und das Essen ablehnen ging nicht. Es musste noch irgendwie hineingestopft werden, möglichst noch mit Nachschlag, um nicht schief angesehen zu werden.
Seit Tantchen im Heim wohnt (sie wollte nicht mehr alleine wohnen, weil sie doch ein wenig gebrechlich geworden ist und nicht mehr alleine aufstehen konnte, wenn sie mal hingefallen war. Das war vor vier Jahren, oder so), wird der Geburtstag in einem Saal im Heim gefeiert, und es gibt - zum Glück - kein Abendessen mehr.
Der Hunderste war natürlich auch ein Jahrhundertereignis. Und das arme Tantchen war nachmittags vor dem Kaffe schon völlig erschöpft. Eigentlich ist sie noch total fit im Kopf, aber ihr Namensgedächtnis lässt sie oft im Stich. Weil an ihrem Geburtstag schon morgens früh offizielle Termine waren, und nachmittags dann die Verwandtschaft einfiel, war sie etwas überfordert. Erkannt hat sie bei der Begrüßung kaum jemanden. Ich bin es ja gewöhnt, dass sie meinen Namen nicht kennt, aber dafür weiß sie alles andere über mich. Ebenso natürlich über alle anderen Familienmitglieder. Aber andem Tag war sie so fertig, dass nichts mehr da war.
Mein Liebster wurde (wie das in unserer Familie so üblich ist) herzlich aufgenommen. "Das ist also dein Zukünftiger. Guten Tag, ich bin die/der ...Schön, dass du da bist." Und damit war die Sache gegessen. Kein neugieriges Beschnuppern (zumal ein paar Verwandte ihn auch schon kannten), keine peinlichen Fragen. Nur zu unserem geplanten Umzug in die Schweiz wurden wir befragt. Und das nur, weil eine von Tantchens Enkelinnen auch in der Schweiz wohnt.
Bevor zur Erstürmung des Kuchenbuffets geblasen wurde, wollte Tantchens Sohn noch eine Rede halten. Seine Frau wollte meiner Mutter ins Ohr flüstern, was aber misslang, da sie wohl aufgrund der Schwerhörigkeit ihres Mannes das Verhältnis von Lautstärken nicht mehr ganz einschätzen kann. Also sagte sie für jeden (wahrscheinlich außer ihrem Mann) hörbar: "Der hatte zehn Seiten geschrieben. Da habe ich ihm gesagt, er soll das kürzen. Wen interessiert das alles denn?" Keiner hat gelacht, weil die Rede schon in Gange war, aber alle haben sich grinsend angesehen. Und so schlimm war es auch gar nicht, weil eigentlich nur Tantchens 100 Jahre in knapp 10 Minuten gefasst waren.
Dann gab es den Kuchen. Wie üblich kamen viele mit zwei Stücken auf dem Teller zum Platz zurück, damit sie nicht so oft laufen mussten. Ich glaube, es hat niemand weniger als 3 Stücke Kuchen gegessen.
Danach lief alles seinen gewohnten Gang. Einige machten sich auf den Weg nach draußen, andere blieben und redeten.
Weil aber der hundertste Geburtstag etwas besonderes ist, kam der örtliche Posaunenchor mit dem örtlichen Chor, um ein Ständchen zu bringen. Das Gespiele und Gesinge war erträglich, und zwischendurch erklärte die Leiterin, was sie bewogen hatte, diese Lieder auszusuchen. Bis irgendwann Tantchen sagte: "Ich habe eigentlich nichts verstanden." Alles lachte, bis auf die Leiterin, der das sichtlich unangenehm war. Aber irgendwann waren die Leute auch wieder weg.
Meine Schwester und meine Mutter hatten versprochen, ein bisschen Musik zumachen. Glücklicherweise hatten sie sich entschieden, erst nach dem Chorauftritt zu spielen. Alle waren total begeistert, und auf Tantchen hat die Musik eine tiefere Wirkung gehabt: als kurze Zeit später zum Aufbruch geblasen wurde, hat sie alle wieder erkannt. Mein Bruder durfte sich sogar noch einen Rüffel abholen, weil er so lange nicht mehr da gewesen war.
Und wie immer war es ein Abschied von der Verwandtschaft bis zum nächsten Jahr auf Tantchens Geburtstag. Etwas anderes kann ich mir gar nicht vorstellen.

Dienstag, Februar 12, 2008

Der Antrag

Die Frau an sich macht sich ja schon Gedanken, wie sie gerne einen Heiratsantrag bekommen möchte. In Liebesfilmen sieht frau ja auch immer die wunderbar romantischen Vorbilder: Ein Spaziergang am Strand, Kniefall im rosaroten Licht des Sonnenuntergangs unter Palmen. Oder ein exklusives Dinner mit einem Ring im Sektglas. Oder 1000 rote Rosen und ein hübscher kleiner Diamantring. Die Vorbilder sind unerschöpflich.

Ist eine Frau aber so über-romantisch wie ich, dann wird das ein Problem. Ein Spaziergang am Strand ist ja schön, aber bei einem Kniefall würde ich wohl eher vermuten, mein Liebster wäre in eine Muschel getreten und ihm würde der Fuß weh tun. Bei dem Ring im Sektglas müsste ich wohl eine Woche lang unerfreuliche Untersuchungen des Stuhlgangs vornehmen, um den Ring wiederzufinden, und 1000 Rosen halte ich für reine Geldverschwendung.

Mein Liebster hatte es wohl nicht leicht mit mir. Der erste Versuch (so habe ich im Nachhinein erfahren) war beim Strandspaziergang im Urlaub. Nein, kein Sonnenuntergang und keine Palmen. An der Nordsee wachsen nicht so furchtbar viele tropische Pflanzen, und weil es im Januar eher stürmisch und kalt ist, waren wir bei Sonnenuntergang auch lieber zu Hause. Der Versuch fand an einer Schafstränke statt, wo mein Liebster versuchte, seinen Antrag mit netten Bibelworten einzuleiten. Da ich manchmal so richtig einfühlsam und sensibel sein kann, machte ich ihm klar, dass Bibelzitate und Vorträge darüber im Urlaub nichts zu suchen haben. Im Nachhinein tut mir das natürlich wahnsinnig Leid und so, ich habe auch viel Spott ertragen müssen ob meiner absolut romantischen Ader, dass ich nichts gemerkt habe.

Zu Versuch Nummer zwei ist es dann nicht mehr so richtig gekommen. Er hatte sich (mal wieder) aufgrund mangelnder Eigenerfahrung im Internet schlaugemacht. Dort war er auf die Information gestoßen, dass sich ein Essen hervorragend für einen Heiratsantrag eignet. Die Suppe habe ich ihm auch versalzen, indem ich ihn zum Chinesen einlud, und er mich nicht nobel ausführen konnte, weil er mal wieder kein Geld hatte.

Und irgendwann stellte er die eingepackte Ringschachtel bei mir auf den Tisch, weil er Angst hatte,das Geschenkpapier könnte sich vollends auflösen.

Letzten Endes war der Antrag genauso romantisch wie ich: Ich habe ihn gefragt, ob er am nächsten Tag lügen wolle (er hatte ein Vorstellungsgespräch und mich als seine Verlobte ausgegeben). Das wollte er natürlich nicht, und ich habe vorgeschlagen, dass er ja dann mal die Ringe auspacken könnte. Somit hatte sich das Thema erledigt, und ich glaube, er war doch recht erleichtert, dass er es hinter sich hatte. Ein romantischer Antrag? Tja, ist vielleicht bei mir nicht ganz so einfach, da mein Sinn für Romantik nicht gerade gut ausgebildet ist.

Vielleicht wird ja die Hochzeit besser ... ;-)

Samstag, September 08, 2007

Emma, ming Droppen.... (Teil 2)

Aggro Berlin. Muss ich da eigentlich noch mehr sagen? Das erklärt sich doch eigentlich schon von selbst. Aber so ein bisschen muss ich mich dann doch darüber auslassen...


Wenn ich das Genöhle schon höre: "... aus'm Ghetto ... im Ghetto ... von der Straße ... auf der Straße ... " dann krieg ich Plack!


Aber ich will das Ganze mal sachlich angehen. Hier erstmal die Definition:


"Getto [italienisch] das, Ghetto, behördlich erzwungenes und räumlich beschränktes jüdisches Wohnviertel, zuerst (1531) für Venedig belegt. [...]
Im übertragenen Sinn werden als Gettos heute städtische Bezirke bezeichnet, in denen eine rassische, soziale oder religiöse Minderheit (zum Teil aufgezwungen) lebt. [...]" (Quelle: Meyers Lexikon online)


Und jetzt ganz langsam zum Mitschreiben:
"Behördlich erzwungen". Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand in diesem Land, das ich für ziemlich demokratisch und frei halte, dazu gezwungen wird, in einem bestimmten Bereich zu wohnen. Die meisten Leute können sich aussuchen, wo sie wohnen. Zwar hängt der Wohnort auch immer vom nötigen Kleingeld ab, aber im gesteckten Rahmen kann sich jeder seine Wohnhöhle selbst wählen. Dass ich mit meinen beschränkten finanziellen Möglichkeiten keine Villa im Reichenviertel von München leisten kann, ist doch klar. Aber zumindest kann ich mir eine kleine Wohnung suchen, die ich bezahlen kann. Wenn jetzt die Eltern von diversen Kindern nicht in der Lage sind, eine Arbeit zu haben oder zu halten, dann springt doch der Staat ein. Das soziale Netz hier ist so weich, dass jeder durchkommen kann, der es auch will. Und dass sich jemand ohne Arbeit weniger leisten kann als jemand, der arbeiten geht halte ich nicht für falsch. Also kann und will ich nicht glauben, dass das Wohnen in einem bestimmten Viertel hier behördlich erzwungen ist.
"Räumlich beschränkt". Dass eine Plattenbausiedlung o.ä. räumlich beschränkt ist, ist doch aus architektonischer Sicht alles andere als schlecht. Aber mal im Ernst: die Leute sind doch in ihren Vierteln nicht eingesperrt. Und es zwingt sie auch keiner, da zu bleiben. Wenn sie da rauswollen, sollen sie doch. Keiner wird sie daran hindern.
"Jüdisches Wohnviertel". Jetzt wird es absurd. Ich glaube, die Aggros haben da was völlig missverstanden. Die wohnen doch nicht mit Juden zusammen. Die meisten sind, wenn's hochkommt, Muslime. Und der Rest ist wahrscheinlich überhaupt nicht religiös. Selbst wenn man das ganze nur im übertragenen Sinne betrachtet, dann gilt das ganze hierzulande auch nur für die soziale Minderheit. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass sich gewisse Volksgruppen sehr gerne von selbst abschotten. Und dann ist das Ghetto selbstgewählt und nur das Gegenteil von Integrieren in die Gesellschaft.


Und was hat das mit dem Leben auf der Straße auf sich? Es gibt genügend Einrichtungen in diesem Land, die Kinder auffangen, die zu Hause unglücklich sind. Und am Geld kann's auch nicht liegen, denn jeder in diesem Land bekommt Sozialleistungen. Die ich übrigens mitbezahle. Aber das ist ein anderes Thema.


Also: Ghetto schön und gut. Aber Was regen die sich denn so auf? Die sind doch selbst Schuld, wenn sie da wohnen. Und selbst wenn's die Schuld der Eltern ist, dann habe ich für die Kins kein Verständnis, denn jeder ist seines Glückes Schmied. In der Schule kann ich mich so profilieren, dass ich entweder ein Studium anschließen kann, oder ich finde aufgrund meiner guten Leistungen eine gute Lehrstelle. Nichts tun und jammern kann jeder.
Ich hätte mich vor vier Jahren auch verkriechen können, Hartz IV kassieren und heulen, dass mich keiner will. Aber ich habe einen Job als Zeitarbeiterin in der Industrie angenommen, für den ich mit meinem abgeschlossenen Studium alles andere als unterqualifiziert war, habe in stinkenden Hallen Löcher aus C-Säulen-Verkleidungen für Autos ausgeschitten, bis ich Blasen an den Händen hatte, und habe gekämpft, die Stückzahlen zu schaffen. Für einen Hungerlohn, für den viele von diesen Aggro-Jammerlappen wahrscheinlich nichtmal morgens ihre Augen aufmachen würden. Aber ich habe meinen Sklaven-Job so gut gemacht, dass sich die Firmen hinterher um mich gekloppt haben. Nicht etwa, weil ich studiert hatte, das hat da keinen interessiert. Sondern weil ich zuverlässig war, schnell und sorgfältig gearbeitet habe, und mich nicht andauernd beklagt habe.
Was jemand aus seinem Leben macht, ist jedem selbst überlassen. Aber für Leute, die auf ihrem Arsch sitzen und sich beklagen, dass sie aus dem Ghetto nicht rauskommen, habe ich keinerlei Verständnis.


Meine Laune wird auch nicht besser, wenn diese harten Jungs Titel über kleine Mädchen machen, die mit vierzehn ungewollt schwanger werden und auf den Strich gehen müssen, um sich das Leben mit dem Kind finanzieren zu können. Gegen ungewollte Schwangerschaften gibt es mittlerweile schon derart viele Mittel, dass ich den Überblick verloren habe, und die Pille wird für Jugendliche sogar von der Krankenkasse bezahlt (so war's bei mir zumindst). Und wenn's das nicht tut, dann kosten Kondome auch nicht die Welt. Am allerbesten ist natürlich Enthaltsamkeit, aber da will ich mich völlig raushalten, weil ich dazu kein Urteil abgeben kann... Und wie ich schon sagte, das soziale Netz in diesem Land ist so weich, dass dieses unschuldig schwangere Mädchen sicherlich genug Geld bekommt, um sich und ihr Baby durchzufüttern.


All diese deutschen Möchtegern-Gangster-Weicheier. Am liebsten würde ich die alle mal nach Amerika schicken, damit sie sehen, wie es sich als O.G. lebt. Am besten noch in einem richtigen amerikanischen Gefängnis. Nicht so ein Hotel, wie es in Deutschland üblich ist, sondern ein richtiges Gefängnis. Da würde ich mal Phoenix vorschlagen. Die Häftlinge tragen pinkfarbene Unterwäsche und bekommen soviel Nahrung, dass sie nicht hungern müssen. Und das war's. Das ist mal so richtiges Gangster-Leben.
Da können die sich auch gleich mal ansehen, was richtige Ghettos sind. Wenn sie's überleben können sie danach ja noch darüber Lieder schreiben. Falls sie mal so richtige Armut sehen wollen, würde ich Slums in Afrika, Asien oder Süd-Amerika empfehlen. Als näheres Ziel geht sicherlich auch Russland. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen dann das Pipi in die Augen steigt, weil sie nicht gewusst haben, dass noch größere Armut als die ihre möglich ist. Und das nervige Genöhle wird ihnen im Halse stecken bleiben. Wieder ein Grund für einen dicken Hals weniger...

Freitag, September 07, 2007

Emma, ming Droppen.... (Teil 1)

Ok, ich gebe zu, ich bin ein TV-Junkie. Ich sehe viel Fern, weil es wohl zur Gewohnheit geworden ist.Teilweise war es auch die einzige Unterhaltung, die ich abends hatte. Aber es gibt Dinge, die mir echt volle Kanne gegen den Strich gehen, mal ganz abgesehen von der ewig nervenden Klingelton- oder Handyspielwerbung.
Nehmen wir doch mal die Clear-Blue-Werbung. "... die größte technologische Innovation, auf die ein Urinstrahl treffen kann ..." WAS? Das ist echt mehr als ich je über einen Schwangerschaftstest aus der Werbung erfahren wollte. Was bitte soll denn so eine bescheuerte Werbung? Ist mir doch egal, dass das eine totale Innovation ist! Wenn ich einen Schwangerschaftstest mache, dann weiss ich auch schon vorher, dass ich das mithilfe von Urin passiert, aber das muss ich doch nicht tagtäglich im Fernsehen dann nochmal unter die Nase gerieben bekommen!
Ich finde, diese Werbung verstößt grob fahrlässig gegen den guten Geschmack. Grauenhaft. Und dann dieser dynamische Strahl, der auf die Testspitze fällt. Wenn ich pinkle, dann sieht das immer ganz anders aus. Mache ich da was falsch? Oder entspreche ich nicht der innovationsbegeisterten Zielgruppe? Vielleicht sieht das Wasserlassen der neuen Generation anders aus. Ich habe keine Ahnung.
Die actiongeladene Stimme, die den ganzen Spot begleitet, macht mich darüberhinaus auch noch Angst. Bin ich out, weil ich keinen dieser Schwangerschaftstests benutze? Sollte ich mir einfach auf reinem Hip-Gefühle einen solchen zulegen? Vielleicht wird er demnächst als modisches Accessoir eingesetzt, so wie mittlerweile das Handy! "...wie, du hast keinen Schwangerschaftstest? Boa, nee, das darf ja nicht wahr sein! Du bist ja voll out!"
Waaaa! Ich glaube, ich muss doch echt mal los, mir so einen Schwangerschaftstest besorgen. Dann schlafe ich sicher wieder ruhiger, denn ich weiss, dass ich nicht urplötzlich einen dieser hochtechnologischen Innovationen brauche, ohne einen zu haben. Und er macht sich sicher auch gut als Zusatzinhalt meiner Handtasche, falls meine Freundin zufällig einen benötigen sollte und selbst keinen zur Hand hat.

Montag, August 27, 2007

Was die Telekom mit meinem Hals zu tun hat

Ich krieg echt zuviel. Das darf doch echt nicht wahr sein, was die Telekom für ein Deppen-Verein ist! Es ist wirklich unglaublich, was die im Laufe des letzten Jahres alles an Scheiße allein mit meinem Anschluss fabriziert haben!
Es fing an mit meinem Umzug. Ich habe also eine neue Telefonnummer und einen Internet-Anschluss beantragt, weil ich mir anfangs noch nicht sicher war, ob ich die Anschlüsse in meiner Heimat wirklich kündigen will. Und damit fing alles an.
Mir wurde nicht gesagt, dass ich knapp hundert Euro zahlen muss, wenn ich bereits Telekom-Kunde bin, um meinen DSL-Anschluss umzumelden. Das Geld wurde mir in Rechnung gestellt, aber als ich mich beschwerte, wurde mir zugesichert, dass ich die Kohle wegen falscher Beratung zurückbekomme.
Alles gut und schön, aber neue Zugangsdaten bekam ich erstmal nicht. Der Telefonanschluss funktionierte, aber das war's dann auch. Kurzer Hand bin ich mit meinen alten Zugangsdaten ins Netz gegangen, was merkwürdigerweise funktionierte, obwohl ich den Anschluss schon gekündigt hatte. Böser Fehler, denn damit fing der ganze Schlamassel an.
Ich bekam getrennte Rechnungen für Telefon und Internet, worüber ich mich aber nicht wunderte, weil ich dachte, das müsste so sein. Warum auch nicht, mit Rationalität hatte ich die Telekom noch nie in Verbindung gebracht. Dann der dicke Hammer: ich bekam eine horrende Rechnung über die letzten sechs Monate DSL, die ich aber schon brav bezahlt hatte. Also rief ich bei der Hotline an, und mir wurde empfohlen, den einen DSL-Anschluss zu kündigen, damit ich auch nur noch eine einzige Rechung bekäme. Das habe ich getan, aber ich bekam weiterhin zwei Rechnungen. Da habe ich mich nur ein bisschen gewundert, aber, wie gesagt, die Telekom spielt nicht in der Rationalitäts-Liga.
Dann habe ich versucht, alles zu kündigen, was mit Telekom zu tun hat. Ich wollte ja wieder in die Heimat zurück, und hier kann ich W-LAN und Telefon über meine Schwester nutzen. Und an die hundert Kröten habe ich bei der Gelegenheit auch nochmal erinnert.
Resultat: irgendeine Kündigung hat funktioniert, aber leider nicht alle. Heute habe ich erneut eine Rechnung erhalten, die ich aber bestimmt nicht zahlen werde. Dafür muss ich, laut Hotline, schon wieder eine Kündigung schreiben. Habe ich getan, mal sehen, was daraus wird. Für meine Kohle habe ich jetzt auch schon zweimal die Zusage bekommen, gesehen habe ich davon immer noch nichts (seit über einem Jahr!!!!). Aber laut Hotline kommt dann bald ein Scheck. Jaja, denke ich mir, bis zur nächsten Beschwerde dann.
Ich habe mittlerweile die Faxen echt dicke. Nur Ärger mit dem Sch...-Verein, mein Porto werde ich denen auch demnächst in Rechnung stellen, und wenn das so weiter geht, kriegen die auch noch Psychater-Rechnungen für mich, weil ich einen Anger-Management-Kurs machen muss, um dem Drang, T-Punkte in die Luft zu sprengen und Telefonleitungen zu kappen, widerstehen zu können. Mein Hals wird immer dicker und mein Geduldsfaden kürzer. Und ich hatte so sehr gehofft, ich hätte nie wieder was mit diesen Idioten zu tun! Aber die sind leider nicht in der Lage auch nur die simpelsten Dinge durchzuführen.
Ich frage mich wirklich, wie die es schaffen, überhaupt noch Kunden zu halten, wo die doch einen so erstklassigen Service bieten! Warum denen wohl die Kunden weglaufen?

Samstag, August 25, 2007

Gewichtsk(r)ampf

Wenn ich zurückdenke an meine Schulzeit, und alte Aufzeichnungen im Tagebuch lese, dann wundere ich mich nur. Ich habe mit 19/20 Jahren bloß um die 60 Kilogramm gewogen und mit für fett und schwabbelig gehalten. Und das bei einer Körpergröße von 1,76 Metern. Rationell betrachtet war ich damals stark untergewichtig.
Dann kam eine Zeit, in der mir alles egal war. Abnehmen stand nicht auf meinem Plan, essen dafür umso mehr. Und so summierte sich das Ganze auf über 80 Kilogramm im Jahre 2004. Bis dann ein Knick kam und ich mich selbst nicht mehr leiden konnte, mein Spiegelbild hasste und auch schon Ansätze für ein Doppelkinn bekam. Mit Sport hatte ich eigentlich schon damals angefangen, aber dreimal wöchentliches Aikido kam leider auch nicht gegen meine Fressattacken an.
Also habe ich zusätzlich mit Joggen angefangen. Neben meiner Diplomarbeit habe ich kontinuierlich daran gearbeitet, meine Fitness zu verbessern. Ich bin weiterhin zum Aikido gegangen, habe aber auch dreimal pro Woche gejoggt. Zum Zeitpunkt meiner Prüfung war ich dann in der Lage, eine halbe Stunde ohne Unterbrechung zu laufen.
Und irgendwann fingen dann auch die Fettreserven an zu schmelzen. Es war wunderbar! 2005 habe ich mein Laufpensum auf eine dreiviertel Stunde bis zu einer ganzen Stunde gesteigert. Aber dafür bin ich nur noch sporadisch zum Aikido gegangen, aber das machte nichts. Allerdings war das Laufen auch eher ein Weglaufen vor meinem Job, der die Hölle war. Aber meine Figur war super. Mein Bauch war flach, ich konnte sogar hautenge Oberteile anziehen, ohne mich als Wurst zu fühlen. Alte Hosen passten wieder, und ich fühlte mich richtig gut.
Im letzten Jahr habe ich dann wieder gar nichts gemacht an Sport. Es hat mir keinen Spaß gemacht. Aber meinem Körper hat das nicht gefallen. Zwar habe ich versucht, mit Fitness-DVD's vor dem Fernseher der Verfettung vorzubeugen, aber leider ohne Erfolg.
Also bin ich jetzt wieder bei 76 Kilogramm angekommen (naja, mittlerweile, nach 2 Monaten Training wieder bei 75), aber ich mache wieder sechsmal in der Woche Sport. Das Laufen macht wieder Spaß, und Aikido ist auch mehr nicht nur mit Frustration verbunden. Meine Beine schwabbeln nicht mehr so schlimm wie vor ein paar Wochen, und mein Bauchumfang ist auch ein bisschen geschrumpft.
Blöd sind bloß die Stellen, an denen ich als erstes abnehme: die Arme und die Oberweite. Meine Handgelenke sehen mittlerweile wieder aus, als würden sie bei jeder noch so zaghaften Berührung zerbrechen, und ich muss mir wohl bald neue BH's zulegen, weil die alten zu groß werden. Aber mein Bauchspeck und der dicke Hintern, die bleiben bis zum Schluß. Wie ärgerlich! Ich kann keinerlei Armreifen tragen, weil sie mir von den Händen rutschen, aber meine Rettungsringe am Bauch halten sich hartäckig, und mein Po passt noch lange nicht in meine Lieblingshose.
Viel Arbeit liegt noch vor mir. Aber ich habe jetzt einen treuen Gefährten auf meinen Wegen durch den Wald: der Hund meines Liebsten begleitet mich. Und es macht Spaß. Irgendwann wird es wohl hoffentlich auch wieder an den unliebsamen Körperstellen Wirkung zeigen, dass ich mich wieder mehr bewege. Und darauf warte ich sehnsüchtig (damit ich mir keine neuen Klamotten kaufen muss!!!).

Sonntag, Juli 22, 2007

Love changes everything

Das war mal ein fürchterlicher Titel Ende der Achziger. Aber immerhin stimmt der Titel.
Für die Liebe habe ich mich schon sehr verändert. Ich habe mich einmal derart verändert, dass ich keinen Kontakt mehr zu meinen Freunden haben wollte und meinte, sie wären völig kindisch und unreif. Und ich habe gesehen, wie schrecklich die Liebe andere verändern kann. Meine beste reundin war ihrem Freund hörig und hatte selbst das Lachen verlernt. Glücklicherweise sind diese Veränderungen nicht für immer, sie enden meist mit der Beziehung.
Diese Art von Veränderung passiert meist durch Manipulation, oder aus dem Verlangen heraus, dem Partner gefallen zu müssen. Und diese Art von Änderungen ist immer einseitig, denn der Partner sieht an sich keinen Anlass sich zu ändern, wenn sich der andere ändert.
Es ist in jeder Beziehung nötig, dass beide Partner Kompromisse schließen und auf einander eingehen. Das sollte sich aber dann auch auf beiden Seiten gleichermaßen abspielen.
Und so läuft es auch bei uns. Ich merke, dass er sich verändert, offener wird, sich mehr zutraut und offensiver reagiert. Und sein Kleidungsstil hat sich verändert.
Da er mir sagt, wenn ihn etwas stört, kann ich auch an mir arbeiten. Also bin ich von aggressivem Klugscheißern auf liebevolle Schlaumeierei umgestiegen. Und ich komme sogar mit seinem Hund zurecht.
Es gibt allerdings auch Dinge, die wir nicht ändern. Zum Beispiel ist ihm vieles peinlich, was ich ab und an ausnutze, um ihn in Verlegenheit zu bringen. Ich nehme ihn manchmal zu ernst, und er belacht sich, wenn ich ihm schön gegliederte Vorträge halte, wenn er mich einfach nur auf den Arm nimmt.
So etwas macht Spaß. Wenn ich merke, dass sich mein Partner ebensoviel Mühe gibt, mit mir zusammen zu sein, wie ich mir, um mit ihm zusmmen zu sein, dann fallen Kompromisse leichter und es ist einfach nur schön.